Blutdruck messen: Richtig Blutdruck messen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Juni 2015)

Blutdruck am Oberarm messen

Wenn Sie Ihren Blutdruck messen lassen möchten, können Sie zu Ihrem Arzt oder in eine Apotheke gehen. Mit dem "klassischen" Blutdruckmessgerät ermittelt man den Blutdruck am Oberarm. Sie können Ihren Blutdruck aber auch selbst zu Hause messen – hierzu stehen verschiedene elektronische Blutdruckmessgeräte zur Verfügung, die nur wenig Anleitung benötigen: Nach dem Anlegen der Manschette misst das Blutdruckmessgerät den Blutdruck automatisch. Die "klassische" Blutdruckmessung funktioniert so:

Das "klassische" Blutdruckmessgerät besteht aus einer aufblasbaren Manschette, die über einen Schlauch mit einem kleinen Blasebalg verbunden ist. Zudem verfügt es über ein Druckmessgerät (sog. Manometer), auf dem der Untersucher den Luftdruck in der Manschette beziehungsweise den Blutdruck ablesen kann. Zusätzlich ist ein Stethoskop nötig, um den Blutdruck auf klassische Weise zu messen: Damit kann der Untersucher während der Messung Pulsgeräusche in der Speichenarterie (Arteria radialis) in der Ellenbeuge wahrnehmen.

Zur Blutdruckmessung legt der Untersucher die Manschette des Blutdruckmessgeräts um Ihren Oberarm. Der Unterrand der Manschette sollte etwa 2,5 Zentimeter oberhalb der Ellenbeuge enden. Anschließend ertastet der Untersucher die Speichenarterie in der Ellenbeuge und setzt dann an dieser Stelle das Stethoskop auf (bzw. dessen äußeres Ende – den sog. Schallkopf): Mit dem Stethoskop lässt sich der Puls während der gesamten Blutdruckmessung kontrollieren. Der nächste Schritt besteht darin, die Manschette rasch aufzupumpen, bis der Puls nicht mehr zu hören ist – und dann den Druck der Manschette noch etwas darüber hinaus zu erhöhen. Um den Blutdruck richtig messen zu können, ist es wichtig, dass der Schallempfänger des Stethoskops während der Messung korrekt auf der Speichenarterie aufliegt und nicht verrutscht.

Ist das Blutgefäß – also die Speichenarterie – durch den Manschettendruck verschlossen, kann kein Blut mehr hindurchfließen. In der Regel sind dann durch das Stethoskop keine Pulsgeräusche mehr zu hören. Jetzt erst kann der Untersucher den Blutdruck messen: Dazu lässt er die Luft aus der Manschette mithilfe einer Ablassschraube am Blutdruckmessgerät allmählich entweichen und senkt so den Druck –  so weit, bis erste pulssynchrone Geräusche zu hören sind. Der Wert, bei dem die Pulsgeräusche erstmalig zu hören sind, entspricht dem systolischen Blutdruck.

Der systolische Wert ist das Blutdruckmaximum: Ab diesem Wert kann der Blutdruck das Blutgefäß während des Pulsschlags wieder ein wenig gegen den Manschettendruck öffnen, sodass Blut hindurchströmen kann. Da der Gefäßdurchmesser durch den Manschettendruck jedoch immer noch verengt ist, entstehen im Blutgefäß turbulente Strömungen – dies ist mithilfe des Stethoskops hörbar. Der Blutdruck lässt sich auf diese Weise also messen, da man die Strömungen hören kann. Der Manschettendruck ist in diesem Moment etwa gleich dem systolischen Druck in dem betreffenden Blutgefäß, der Speichenarterie.

Lässt der Untersucher nun den Manschettendruck weiter sinken, hört er weiterhin pulssynchrone Geräusche. Verringert er den Manschettendruck weiter, ist der Blutdruck  irgendwann in der Lage, das Gefäß dauerhaft offen zu halten. Dann sind normalerweise keine Geräusche mehr zu hören. Der Wert, an dem die Geräusche verschwinden, entspricht in etwa dem diastolischen Blutdruck. Beim Messen des Blutdrucks liest man auf dem Manometer des Blutdruckmessgeräts also immer zuerst einen höheren Wert (= systolischer Blutdruck) und dann einen niedrigeren Blutdruckwert (= diastolischer Wert) ab.