Blutdruck messen: Direkte Blutdruckmessung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Juni 2015)

Den Blutdruck indirekt zu messen ist einfach – das kann auch jeder selbst. Anders die direkte (bzw. blutige oder auch invasive) Blutdruckmessung: Hierbei kann nur der Arzt den Blutdruck direkt vor Ort messen – an verschiedenen Gefäßabschnitten sowie im Herzen selbst. Dazu ist es aber nötig, einen Katheter in die Arterie einzuführen – dieser Katheter muss entweder mit einem kleinen Manometer an der Spitze oder mit einem Druckabnehmer am äußeren Ende ausgestattet sein.

Wenn Ärzte den Blutdruck mit einem Katheter messen, ist dessen Öffnung in der Regel dem Blutstrom entgegengerichtet. Daher ergibt die direkte Blutdruckmessung etwas höhere Werte als die Messung des statischen Drucks. Der statische Druck ist jener, der von innen gegen die Gefäßwände drückt und sie offen hält. Bei der invasiven Blutdruckmessung misst der Katheter zusätzlich noch den dynamischen Druck, den das strömende Blut ausübt.

Den Blutdruck indirekt zu messen ist heutzutage vor allem während großer Operationen oder bei Patienten, die eine intensivmedizinische Überwachung benötigen, üblich. Im Gegensatz zum indirekten Verfahren nach Riva-Rocci liefert die direkte Blutdruckmessung genauere Blutdruckwerte. Um Verwechslungen und daher Fehlinterpretationen zu vermeiden, ist es daher wichtig, die Abkürzung "RR" für den Blutdruck nur dann zu verwenden, wenn dieser auch tatsächlich nach der Riva-Rocci-Methode gemessen wurde. Einen direkt oder "blutig" gemessenen Blutdruck vermerkt der Arzt dagegen mit "BD" (Blutdruck) oder "BP" (blood pressure).