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Autogenes Training: Historisches

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. November 2014)

Autogenes Training ist eine Entspannungsmethode, die auf Autosuggestion (griech. autós = selbst, lat. suggestio = Eingebung) basiert. Die Suggestion – also die psychische Beeinflussung eines Menschen – ist als eines der ältesten und am häufigsten verwendeten Heilmittel ein historisches Mittel in der Medizin: So findet sich bereits in einem ägyptischen Papyrus ("Papyrus Ebers") aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts vor Christus ein Bericht über suggestive Behandlungsmaßnahmen: "Lege die Hände auf ihn, um den Schmerz der Arme zu beruhigen, und sage, dass der Schmerz verschwinden wird."

Im Jahr 1843 bearbeitete der britische Chirurg James Braid als Erster wissenschaftlich die sogenannte Hypnose als eines der bedeutendsten Suggestiv-Verfahren der Neuzeit: Braid erkannte größtenteils die physiologischen und psychischen Voraussetzungen des künstlich hervorgerufenen schlafähnlichen Zustands, prägte dessen Namen "Hypnose" und versuchte, Hypnotisierung als Behandlungsverfahren einzusetzen.

In Anlehnung an Braid beschäftigte sich Ende des 19. Jahrhunderts der deutsche Hirnforscher Oskar Vogt vor allem mit der praktischen Bedeutung der Selbst-Hypnose: Er wendete diese als prophylaktische Ruhepause an, mit der die Betroffenen wachsenden Erregungs- und Anspannungssituationen begegnen sollten. Auf Basis dieser Methode entwickelte schließlich 1932 der Nervenarzt Johann Heinrich Schultz (1884-1970) autogenes Training als Selbstentspannungstechnik.

Vor allem in Europa findet autogenes Training nach Schultz heute breite Anwendung – wie zum Beispiel in Alltagssituationen, im Bereich der Psychotherapie, bei Asthma bronchiale, rheumatischen Erkrankungen oder Schlafstörungen.


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