Augenspiegelung (Ophthalmoskopie): Durchführung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Dezember 2012)

Kurz vor der Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) werden pupillenerweiternde Tropfen ins Auge getropft, um die Pupille für die Untersuchung weit geöffnet zu halten. Der Untersuchte sieht dadurch etwas verschwommen und darf erst nach Abklingen der Wirkung wieder am Straßenverkehr teilnehmen.

Die Ophthalmoskopie kann direkt oder indirekt erfolgen. Bei der direkten Augenspiegelung verwendet der Augenarzt einen elektrischen Augenspiegel. Das ist ein stabförmiges Gerät, an dessen Kopf ein Augenspiegel mit Lupe und eingebauter Lampe angebracht sind. Der Arzt sitzt bei der direkten Ophthalmoskopie dicht vor dem Patienten und hält dem Augenspiegel zwischen sein eigenes Auge und das zu untersuchende Auge des Patienten. Der Arzt schaut wie durch ein Schlüsselloch in das Auge hinein. Dabei fällt das Licht des Augenspiegels parallel zur Blickrichtung des Arztes in den Innenraum des untersuchten Auges und leuchtet diesen aus. Die eingebauten Linsen sind nötig, um Fehlsichtigkeiten des Patienten und des Arztes auszugleichen und ein optimales Bild des Patienten-Augenhintergrunds in bis zu 16-facher Vergrößerung beim Arzt zu erzeugen. Allerdings kann er bei dieser Untersuchung nur einen Ausschnitt des gesamten Augenhintergrunds beurteilen.

Bei der indirekten Ophthalmoskopie leuchtet eine Lampe aus circa 60 Zentimetern Entfernung in das zu untersuchende Auge. Die Lichtquelle kann der Augenarzt dabei zum Beispiel am Kopf tragen (sog. Kopfopthalmoskop). Mit ausgestrecktem Arm hält der Arzt gleichzeitig eine Sammellinse nah vor das Auge des Patienten. Der Abstand zwischen Patientenauge und Linse beträgt dabei circa 5 Zentimeter. Mithilfe der Linse wird das Licht in das Augeninnere geleitet und der Augenhintergrund großflächig ausgeleuchtet. Zugleich entsteht im Auge des betrachtenden Arztes ein Bild des Augenhintergrunds in ungefähr 4,5-facher Vergrößerung – der vergrößernde Effekt ist also deutlich geringer als bei der direkten Augenspiegelung. Dafür kann der Arzt aber einen größeren Bereich des Augenhintergrunds einsehen.

Bei der direkten Augenspiegelung sieht der Arzt den Augenhintergrund des Patienten als aufrechtes Bild. Im Gegensatz dazu nimmt der Arzt bei der indirekten Augenspiegelung den Augenhintergrund umgekehrt, also "kopfüber" wahr.