Augeninnendruck­messung (Tonometrie): Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Dezember 2012)

Am häufigsten wird die Augeninnendruckmessung (Tonometrie) bei Verdacht auf Grünen Star (Glaukom) angewendet. Beim Grünen Star ist das Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers gestört. Das Kammerwasser staut sich und der Augeninnendruck steigt an. So eignet sich die Augeninnendruckmessung schon zur Erkennung eines Grünen Stars im Frühstadium, in dem die Erkrankung häufig noch keine Schmerzen verursacht, jedoch den Sehnerv bereits schädigen kann.

Häufigkeit

Ab dem 40. Lebensjahr empfehlen Augenärzte eine augenärztliche Untersuchung inklusive Augeninnendruckmessung im Abstand von höchstens drei Jahren. Ziel solcher Untersuchungen soll sein, ein unbemerkt vorliegendes Glaukom früh zu erkennen und notfalls eine drucksenkende Therapie so früh wie möglich zu beginnen. Risikogruppen, etwa Personen, die an Diabetes mellitus oder Herzerkrankungen leiden oder in deren Familie Grüner Star häufig vorkommt, sollten noch häufiger Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Ob diese Maßnahmen ohne konkreten Krankheitsverdacht sinnvoll sind, ist umstritten. Die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen sehen in einer Routine-Augeninnendruckmessung keinen belegbaren Nutzen – die Kassen übernehmen die Kosten für diese Vorsorgeuntersuchung deshalb nicht. Die Augeninnendruckmessung ist daher eine der am häufigsten angebotenen sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL. Das heißt: Wer keine Beschwerden hat, die auf einen erhöhten Augeninnendruck (Glaukom) hinweisen, und zudem auch kein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung aufweist, muss die Kosten für Augeninnendruckmessung selber tragen. Besteht aber begründeter Glaukomverdacht, wird die Augeninnendruckmessung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Patienten sollten nach Augenverletzungen einige Zeit lang jährlich der Augeninnendruck überprüfen lassen, da es durch Verletzungen zu einem Sekundärglaukom kommen kann. Eine längere Behandlung mit kortisonhaltigen Augentropfen oder anderen kortisonhaltigen Medikamenten führt in fünf bis zehn Prozent der Fälle zum sogenannten Kortisonglaukom, weswegen auch hier eine regelmäßige augenärztliche Untersuchung empfehlenswert ist.