Anzeige

Anzeige

Arthroskopie (Gelenkspiegelung)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Juli 2015)

© Jupiterimages/Hemera

Die Arthroskopie, häufig auch Gelenkspiegelung genannt, ist eine Form der Endoskopie. Dieses Diagnoseverfahren ermöglicht es, Gelenke minimal-invasiv (d.h. ohne große Hautschnitte) zu untersuchen und häufig auch sofort zu behandeln.

Das bei der Arthroskopie eingesetzte spezielle Endoskop – das sogenannte Arthroskop – besteht aus einer Sonde und zwei Schläuchen. Die Sonde führt der Arzt in das Gelenk ein: Über eine winzige Videokamera überträgt sie während der Arthroskopie Bilder auf einen Monitor. Die beiden Schläuche am Arthroskop dienen dazu, Spülflüssigkeit in das Gelenk einzufüllen und abzusaugen. Zeigt die Arthroskopie Schäden am Gelenk, zum Beispiel im Knie, kann man diese meistens bereits während des Eingriffs behandeln, denn: Neben dem Arthroskop kann der Arzt weitere Arbeitsinstrumente wie Schere, Messer, Haken und Fräsen in das Gelenk einführen.

Der Begriff Endoskopie kommt aus dem Griechischen: endon = innen, skopein = betrachten. Mit einer Endoskopie kann der Arzt innere Körperstrukturen, zum Beispiel Hohlorgane oder Körperhöhlen, untersuchen. Die Arthroskopie ist eine besondere Form der Endoskopie, die zur Spiegelung von Gelenken zum Einsatz kommt. Der Begriff leitet sich ebenfalls aus dem Griechischen ab: arthros = Gelenk, skopein = betrachten.

Die Arthroskopie ersetzt mittlerweile viele Gelenkoperationen, für die früher ein offener Eingriff mit großem Schnitt notwendig war. Die Gelenkspiegelung bietet wie alle anderen modernen endoskopischen Untersuchungs- und Therapieverfahren im Vergleich zu herkömmlichen Methoden viele Vorteile – einerseits erleichtert sie den Ärzten die Diagnostik und Behandlung, andererseits ist sie für die Betroffenen weniger belastend:

  • Eine Arthroskopie ist weniger schmerzhaft,
  • es besteht ein geringeres Infektionsrisiko,
  • die Wunde heilt schneller und
  • die Betroffenen können das Gelenk nach der Arthroskopie früher wieder bewegen und belasten.

Allerdings ist eine Arthroskopie nicht bei allen Gelenken und Gelenkerkrankungen möglich. Am häufigsten erfolgt eine Arthroskopie am Knie, um Schäden am Meniskus ( z.B. Meniskusriss) oder Kreuzband (etwa Kreuzbandriss) minimal-invasiv zu untersuchen und zu behandeln. Grundsätzlich kann eine Arthroskopie aber auch an anderen Gelenken zum Einsatz kommen, wie

  • Schulter,
  • Hüfte,
  • Ellenbogen,
  • Handgelenk oder
  • Sprunggelenk.

Eine arthroskopische Operation der Schulter kann zum Beispiel beim Impingementsyndrom oder bei einer Rotatorenmanschettenruptur erfolgen.

Die Arthroskopie gehört zu den häufigsten endoskopischen Behandlungsverfahren überhaupt – neben endoskopischen Operationen an den Gallengängen, der laparoskopischen (mittels Bauchspiegelung) Entfernung der Gallenblase und einem bestimmten minimal-invasiven Verfahren (sog. transurethrale Resektion) zur Entfernung von Harnblasentumoren und gutartigem Prostatagewebe.


Anzeige