Appendektomie: Wann welches Verfahren?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. März 2014)

Ob die offene oder die laparoskopische Appendektomie das geeignetere Verfahren darstellt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – maßgeblich von bestimmten Voraussetzungen, die der Betroffene mit sich bringt, und nicht zuletzt von den Erfahrungen und "Vorlieben" des jeweiligen Operateurs. Es lässt sich daher nicht pauschal beantworten, welches Verfahren besser oder sicherer ist. Vielmehr muss es individuell entschieden werden.

Vorteil der laparoskopischen Technik: Sie eignet sich nicht nur zur Therapie, sondern ermöglicht es auf relativ schonende Weise, den Verdacht auf eine Appendizitis zu bestätigen oder zu widerlegen. Als sogenannte "diagnostische Appendektomie" dient sie dazu, unklare Unterbauchbeschwerden abzuklären, ohne dass ein größerer Eingriff nötig ist. Manchen Fachleuten zufolge sollte die laparoskopische Appendektomie nur in diesen Fällen eingesetzt werden. In allen Fällen, in denen klinisch ziemlich eindeutig eine Appendizitis besteht, empfehlen sie die offene Operationstechnik.

Untersuchungen zufolge scheint die Appendektomie mittels Bauchspiegelung folgende Vorteile zu haben: In der Regel infiziert sich die Wunde seltener, die Schmerzen nach der OP sind weniger stark und der Operierte kann sich schneller körperlich wieder belasten und somit meist auch schneller wieder arbeiten. Letztlich entscheidend ist aber, wie gut und häufig ein Team die jeweilige Art der Appendektomie ausführt.

In folgenden Situationen scheint das Vorgehen mit Bauchspiegelung der offenen Appendektomie meist überlegen zu sein:

  • bei stark übergewichtigen Patienten
  • bei jungen Frauen, da sich gynäkologische Erkrankungen gut beurteilen und ausschließen lassen

Arbeitsunfähigkeit

  • nach offener Appendektomie: ca. 1-2 Wochen
  • nach Bauchspiegelung mit Entfernung des Wurmfortsatzes: etwa 3-5 Tage