Appendektomie: Ablauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. März 2014)

Offene Appendektomie

  • Der Patient erhält eine Vollnarkose und liegt auf dem Rücken.
  • Meist erfolgt ein sog. Wechselschnitt seitlich im rechten unteren Bauch etwa oberhalb der Schamhaargrenze:
    • Durchtrennung der Haut (ca. 3 bis 6 Zentimeter Schnittlänge), der Unterhaut und der Muskelfaszie, dann
    • vorsichtiges und gewebeschonendes stumpfes Auseinanderdrängen der einzelnen Muskelschichten.
  • Durchtrennung des Bauchfells (Peritoneum)
  • Der Operateur dringt zum Blinddarm vor und löst den Wurmfortsatz vorsichtig ("Mobilisation").
  • Danach legt er ihn frei, indem er eine Gewebefalte – das Mesenteriolum – vorsichtig abpräpariert. Es enthält Fett- und Bindegewebe und führt die Blutgefäße zur Appendix und versorgt sie darüber.
  • Entfernung des Wurmfortsatzes; der Stumpf, der übrig bleibt, wird z.B. mit einer sog. Tabaksbeutelnaht im Blinddarm "versenkt".
  • Bei der offenen Appendektomie sucht der Chirurg zum Schluss noch nach dem sog. Meckel-Divertikel – einer fingerförmigen, etwa 2 bis 10 cm langen Ausstülpung des Ileums, dem letzten Teil des Dünndarms. Das Meckel-Divertikel findet sich meist etwa 40 bis 100 cm vom Blinddarm entfernt. Circa 1 bis 3 von 100 Menschen haben ein solches Divertikel; es handelt sich dabei um den Rest eines embryonal angelegten Ganges. Da es zu Entzündungen neigt, kann es vorsorglich abgetragen werden, wenn ohnehin eine Bauch-Operation nötig war, wie es bei der Appendektomie der Fall ist.
  • ggf. Einlegen einer Drainage (z.B. bei starker Eiterung)
  • schichtweiser Wundverschluss (Naht des Bauchfells, Muskelnaht, Naht der Muskelhülle, Hautnaht)
  • steriler Verband

Laparoskopische Appendektomie

  • Der Patient erhält eine Vollnarkose und liegt auf dem Rücken, ggf. in Kopftieflage.
  • Es folgt der erste Schritt einer jeden Bauchspiegelung: die Anlage eines sog. Pneumoperitoneums (Aufblähen des Bauchraums durch Einfüllen von Gas). Ziel ist es, die Bauchdecke mithilfe des Gases etwas anzuheben, sodass sich die Sicht verbessert und es dem Chirurgen erleichtert wird, mit den eingeführten Instrumenten zu arbeiten.
  • Ablauf:
    • 1,5 cm langer Schnitt meist direkt unter oder etwas rechts vom Bauchnabel
    • Durchtrennen der Muskelfaszie und des Bauchfells
    • Einführen eines Trokars (spezielles Instrument aus Stahl, mit dem sich ein Zugang zu einer Körperhöhle herstellen lässt)
    • Einführen einer Optik durch den ersten Stichkanal
    • Einblasen von 4 bis 6 Litern Kohlendioxid
  • Setzen zweier weiterer Einstiche im linken und rechten Unterbauch, etwa im Bereich der Leiste
  • In diese beiden "Arbeitskanäle" führt der Chirurg die Operationsinstrumente ein, wie etwa Fass- und Greifzangen, eine Schere etc.
  • Durch die Optik orientiert er sich im Bauchraum, sucht den Blinddarm und den daran hängenden Wurmfortsatz.
  • Der Operateur löst den Wurmfortsatz vorsichtig ("Mobilisation").
  • Danach präpariert er ihn frei.
  • Dann setzt er den Wurmfortsatz ab und versenkt den Stumpf im Blinddarm.
  • Herausziehen des Wurmfortsatzes durch einen der Trokare; ggf. mithilfe eines sog. Bergebeutels, der vorher eingeführt wird.
  • ggf. Einlegen einer Drainage
  • schichtweiser Wundverschluss
  • steriler Verband