Apherese (Plasmapherese): Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. November 2014)

Anwendungsgebiete der Apherese (Plasmapherese) sind zum Bespiel:

Abhängig von der Erkrankung, setzten Ärzte unterschiedliche Apherese-Verfahren ein, zum Beispiel:

  • LDL-Apherese (Lipidapherese)
  • Rheopherese (Rheofiltration)

LDL-Apherese (Lipidapherese)

Die LDL-Apherese oder Lipidapherese hilft unter anderem bei der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen: Sie entfernt das LDL-Cholesterin und bestimmte an Fette gebundene Eiweiße (Lipoproteine) aus dem Blut und verbessert dadurch dessen Fließeigenschaften.

Bei der sogenannten HELP-Apherese – einer speziellen Form der LDL-Apherese – reinigt der Filter das Blut zum Beispiel von LDL-Cholesterin sowie von dem für die Blutgerinnung wichtigen Fibrinogen. Anschließend fließt das gereinigte Blut wieder in den Körper zurück. Die HELP-Apherese kommt beispielsweise bei Hörsturz oder akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung zum Einsatz.

Auch die Doppelfiltrations-Plasmapherese reinigt das Blut von LDL-Cholesterin und Fibrinogen. Sie entfernt dabei jedoch deutlich weniger Gerinnungsfaktoren als die HELP-Apherese.

Die sogenannte Immunadsorption beziehungsweise Immunapherese entfernt spezielle Abwehrstoffe (Antikörper) aus dem Blut. Daher eignet sich die Immunapherese zur unterstützenden Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatischer Arthritis.

Rheopherese (Rheofiltration)

Die Rheopherese oder Rheofiltration hilft bei der Therapie von Durchblutungsstörungen: Sie soll die sogenannte Mikrozirkulation verbessern. Der Begriff Mikrozirkulation bezeichnet den Blutaustausch zwischen den Blutgefäßen und dem umliegenden Gewebe.

Bei der Rheopherese entfernen spezielle Filter komplex aufgebaute Substanzen, zum Beispiel größere Eiweiße oder Fette aus dem Blut. Dadurch fließt das Blut leichter und auch die Mikrozirkulation gelingt besser.

Die Rheofiltration eignet sich beispielsweise für die Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), um eine bessere Durchblutung der Netzhaut zu gewährleisten. Diese Methode kommt beispielsweise auch bei der Behandlung eines Tinnitus, bei einem akuten Hörsturz oder einem diabetischen Fuß zum Einsatz.