Angiographie: Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. April 2014)

Die Angiographie ist für viele verschiedene Anwendungsgebiete geeignet: Sie dient dazu, Gefäßveränderungen wie Verengungen, Verschlüsse oder Missbildungen aufzuspüren und deren genaue Lage festzustellen. Ärzte können Durchblutungsstörungen und Thrombosen angiographisch nachweisen. Außerdem kommt die Angiographie in der Tumordiagnostik und der Gefäßversorgung vor Operationen zum Einsatz. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Erfolgskontrolle nach gefäßchirurgischen Eingriffen oder medikamentösen Behandlungen wie einer Auflösung von Blutgerinnseln.

Ursprünglich kamen Angiographien nur zu Diagnosezwecken zum Einsatz. Da die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) qualitativ hochwertige Untersuchungsergebnisse liefern, ist die Angiographie ausschließlich zur Diagnose inzwischen oft nicht mehr nötig. Stattdessen sind viele Anwendungsgebiete im Bereich der minimal-invasiven Therapie hinzugekommen.

Die Technik eigent sich zum Beispiel für folgende minimal-invasive Eingriffe:

  • Thrombosebehandlung: Mithilfe der Angiographie kann der Arzt ein Blutgerinnsel beseitigen, indem er über den Katheter Medikamente einbringt, die das Gerinnsel auflösen (sog. Thrombolyse).
  • Gefäßbehandlung:
    • Ballondilatation: Bei der Angiographie kann der Arzt über den Katheter einen winzigen Ballon in ein Blutgefäß einführen und so eine Gefäßverengung (Stenose) oder einen Dialyseshunt aufweiten oder einen Gefäßverschluss beheben.
    • Stentimplatation: Mit dem Katheter kann der Arzt auch eine Gefäßstütze (Stent) in ein Blutgefäß einbringen und so ebenfalls ein verengtes/verschlossenes Gefäß oder auch ein Aneurysma behandeln.
  • Tumorbehandlung:
    • Chemo-Embolisation: Mithilfe der Angiographie lassen sich bestimmte Tumoren örtlich behandeln – und zwar durch Verödung der Arterien, die den Tumor versorgen, und durch örtliche Chemotherapie, die gezielt an Ort und Stelle auf den Tumor einwirkt.
    • Thermoablation: Hierbei zerstört der Arzt über eine genau in Stellung gebrachte Nadel gezielt Tumorgewebe durch örtliche Erhitzung (z.B. mit einem Laser).
  • Hybrid-Operationen: Angiographische Behandlungstechniken können auch zusammen mit chirurgischen Eingriffen in einem entsprechend eingerichteten Operationsraum stattfinden.