Allergietest: Blutuntersuchungen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (03. September 2015)

Neben den verschiedenen Hauttests können auch Blutuntersuchungen Aufschluss über mögliche Allergien bringen. Hier gibt es verschiedene Testverfahren, mit denen sich Immunglobulin E (IgE) nachweisen lässt – also der Antikörper-Typ, der bei Allergien eine wichtige Rolle spielt. Je nach auslösendem Allergen bildet der Körper spezifische IgE-Antikörper dagegen. Mit einem entsprechenden Allergietest lässt sich feststellen, ob im Blut des Patienten IgE-Antikörper gegen ein bestimmtes Allergen vorkommen (z.B. gegen Birkenpollen). Mögliche IgE-Tests sind zum Beispiel:

  • Radio-Allergo-Sorbent-Test (RAST), Enzyme-Linked-Immuno-Sorbent-Assay (ELISA)
  • Gesamt-IgE
  • IgE im Nabelschnurblut
  • Multitests
  • spezifisches IgE

Eine Blutuntersuchung kann sinnvoll sein, wenn ...

  • ... nicht eindeutig ist, ob eine Allergie besteht.
  • ... ausgetestet werden soll, gegen welche Auslöser genau eine Allergie besteht.
  • ... andere Allergietests (Hauttests, Provokationstests) nur bedingt möglich sind, also z.B.

Radio-Allergo-Sorbent-Test (RAST), Enzyme-Linked-Immuno-Sorbent-Assay (ELISA)

Bei diesem Allergietest nimmt man das gewünschte Testallergen, das an Trägermaterial gebunden ist, und gibt Blutserum des Betroffenen dazu. Sofern im Blutserum IgE-Antikörper gegen das jeweilige Testallergen vorhanden sind, bildet sich ein Komplex aus Testallergen und IgE-Antikörper. Diese Immunkomplexe lassen sich durch spezielle Verfahren nachweisen und auch messen.

Gesamt-IgE

Hierbei bestimmt man, wie viele IgE-Antikörper insgesamt im Blutserum des Betroffenen vorhanden sind. Der Gesamt-IgE-Wert dient vor allem der Einschätzung, ob überhaupt eine allergische Erkrankung vorliegt. Bei Werten über 70 IU/ml (International Units pro Milliliter) nimmt man an, dass eine Neigung für allergische Erkrankungen besteht. Liegt bereits eine allergische Erkrankung vor, misst man in der Regel sehr viel höhere Werte von bis zu 10.000 IU/ml. Allerdings ist die Höhe der IgE-Werte keine sicheres Kriterium zur Allergie-Einschätzung – denn normale Werte schließen das Vorhandensein einer allergischen Erkrankung nicht sicher aus. Bei der Messung des Gesamt-IgE sollte man außerdem berücksichtigen, dass es auch ohne allergische Erkrankung zu erhöhten IgE-Werten kommen kann, so zum Beispiel bei:

IgE im Nabelschnurblut

Die Messung von IgE-Werten aus dem Nabelschnurblut erfolgt vor allem, wenn in der Familie bereits allergische Erkrankungen oder Fälle von Asthma bronchiale vorkommen. Die Messergebnisse erlauben eine Einschätzung, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Kind später eine allergische beziehungsweise asthmatische Erkrankung entwickeln wird. Als normal gelten IgE-Werte, die unter 0,9 kU/l (Kilo-Units pro Liter) liegen. Liegen die Werte darüber, steigert sich das Allergierisiko um das Zehnfache.

IgE-Wert im NabelschnurblutVorbelastung FamilieWahrscheinlichkeit für allergische Erkrankung beim Kind
normal (< 0,9kU/l) Allergien vorhanden 7 %
normal (< 0,9kU/l) keine Allergien 3 %
erhöht (> 0,9kU/l) Allergien vorhanden 82 %
erhöht (> 0,9kU/l) keine Allergien 62 %

Multitests

Bei Multitests kommen Trägermaterialien zum Einsatz, auf denen sich verschiedene Allergene befinden. Auf diese Weise kann man das Blutserum des Patienten gleichzeitig auf mehrere Allergien hin testen.

Spezifisches IgE

Hierbei testet man, ob im Blutserum des Patienten IgE-Antikörper gegen ein einzelnes, bestimmtes Allergen vorkommen.