Akupunktur: Wirkmechanismen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

In der modernen "verwestlichten" Akupunktur spielt der philosophische Hintergrund meist nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es die Veränderungen in den Zellen und im Gewebe, die bei der Akupunktur von Interesse sind. Die Wirkungsweise der Akupunktur wird dabei häufig anhand der folgenden Mechanismen erklärt:

  • vermehrte Bildung von körpereigenen morphinartigen (also schmerzlindernden) Substanzen wie Endorphinen
  • Einfluss auf körpereigene Botenstoffe an den Synapsen (Übertragungsstellen) von Nerven- oder Muskelzellen
  • Aktivierung oder Deaktivierung schmerzkontrollierender oder schmerzleitender Nervenzellen
  • Reflexwirkung: Ein erkranktes Organ führt zu einer Reihe von teilweise schmerzhaften Veränderungen auch in weiter weggelegenen Muskel- und Hautpartien, z.B. zu Verspannungen, Verkrampfungen und Durchblutungsveränderungen. Durch Einwirken auf diesen Bereich ist eine Rückwirkung (Reflex) auf das erkrankte Organ möglich.
  • bioelektrische Regulation: Alle Nerven- und Muskelvorgänge sind unter anderem elektrische Vorgänge. Mit einer Stimulierung durch Akupunkturnadeln kann der Therapeut z.B. die Polarität (elektrischen Ladungsverhältnisse) der Muskelzelle beeinflussen. Die Folge kann eine verbesserte Durchblutung der umliegenden Muskulatur sein.