Akupunktur: Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2002 eine Liste für Erkrankungen veröffentlicht, die sich für eine Akupunkturbehandlung anbieten. Diese Auflistung wurde unter Wissenschaftlern jedoch kritisch diskutiert, da die Wirksamkeit für viele Einsatzgebiete bislang noch nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Folgende Krankheiten sollen auf Akupunktur ansprechen:

Auch um SchmerzenÜbelkeit und Erbrechen nach einer Operation zu reduzieren, setzen Therapeuten häufig Akupunktur ein,.

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten für eine Akupunkturbehandlung bei Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich und Kniegelenkschmerzen, sofern die Schmerzen seit mindestens einem halben Jahr bestehen und die Behandlung von einem Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt wird.

Ergebnisse der German Acupuncture Trials

Eine Studie aus dem Verbund der sogenannten GERAC-Studien (Abkürzung für German Acupuncture Trials) ergab, dass Akupunktur chronische Schmerzen im unteren Rücken und Knieschmerzen stärker reduziert als eine nach Leitlinien durchgeführte Standardtherapie.

Bei der Untersuchung zeigte sich zudem, dass es unerheblich ist, ob die Nadeln bei der Akupunktur in die klassischen Akupunkturpunkte eingestochen werden oder sehr oberflächlich in "Scheinpunkte" (auch Sham-Akupunktur genannt), die nicht dem Verständnis der traditionellen chinesischen Medizin entsprechen. Dies bestärkte die Diskussion, inwiefern die Wirkung der Akupunktur tatsächlich auf die vermeintlichen Energiebahnen des Körpers zurückzuführen sei.

Eine weitere GERAC-Studie ergab, dass Akupunktur bei chronischen Spannungskopfschmerzen und Migräne zu ähnlich guten Ergebnissen kommt wie die Standardbehandlung.


Nicht mit Akupunktur behandelt werden sollten Patienten

  • ohne eindeutige Diagnose,
  • mit schweren psychischen Erkrankungen,
  • mit jeder Art von Krebs (außer ggf. zur Schmerzlinderung)
  • und den meisten Infektionskrankheiten.

Akupunktur in der Schwangerschaft

Akupunktur lässt sich in der Schwangerschaft zu unterschiedlichen Zeitpunkten einsetzen: Zum Beispiel lassen sich Übelkeit und Erbrechen während der ersten Monaten durch Akupunktur mildern. Am Ende der Schwangerschaft spielt das Verfahren eine Rolle in der Geburtsvorbereitung und kann während des Geburtsvorgangs Schmerzen lindern. Jede Art der Stimulation durch Akupunktur sollte während der Schwangerschaft jedoch mit der nötigen Umsicht angewandt werden, um Komplikationen zu vermeiden.