Afterloading: Anwendung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Oktober 2014)

Afterloading bietet einen großen Vorteil in der sogenannten Brachytherapie. Bei dieser Form der Strahlentherapie muss der Strahlentherapeut radioaktives – also strahlendes – Material in direkte Nähe des Tumors bringen.

Die Strahlung der verwendeten Substanzen (z.B. Iridium, Cäsium oder Jod) hat eine geringe Reichweite und durchdringt somit nur das umliegende Gewebe.

So beschränkt sich die Strahlenwirkung auf den Bereich, der auch bestrahlt werden soll. Das gesunde Gewebe bleibt von der Strahlung verschont.

Damit der Arzt beziehungsweise das medizinische Personal beim Anbringen des radioaktiven Materials ebenfalls vor der Strahlung geschützt sind, läuft das Einbringen der Substanzen in Körperöffnungen oder Organe ferngesteuert ab. Das heißt konkret: Nachdem das Personal spezielle Einführinstrumente (sog. Applikatoren) am oder im Körper des Patienten platziert und dann den Behandlungsraum verlassen hat, fährt die strahlende Substanz über einen Verbindungsschlauch direkt an den Tumor heran. Dieses Nachladeverfahren – das Afterloading – ermöglicht so eine moderne Strahlentherapie, die sowohl den Patienten als auch den Behandelnden schont.

Wie bei der Bestrahlung mit einem Beschleuniger erstellen auch bei einer Strahlenbehandlung mit Afterloading ein Medizinphysiker und der behandelnde Arzt gemeinsam den optimalen Bestrahlungsplan. Sie legen dabei zum Beispiel fest, wie viele Afterloading-Behandlungen notwendig sind oder ob das Tumorgebiet auch zusätzlich noch von außen bestrahlt werden muss.

Ein Afterloading-Gerät ist etwa 1,5 Meter hoch, besitzt einen Durchmesser von ungefähr 0,5 Meter und ist auf Rollen verschiebbar. Das gut abgeschirmte radioaktive Material muss regelmäßig ausgetauscht werden, damit immer eine optimale und exakt berechenbare Bestrahlung gewährleistet ist. Iridium hat zum Beispiel eine Halbwertzeit von 74 Tagen – sein Austausch findet etwa alle 2 Monate statt.

Afterloading und Brachytherapie spielen als Behandlungsmöglichkeit unter anderem bei den folgenden Krebserkrankungen eine Rolle: