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Abrasio (Kürettage, Gebärmutterausschabung): Durchführung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Mai 2015)

Vor einer Abrasio (Gebärmutterausschabung, Kürettage) untersucht der Frauenarzt die Patientin gründlich gynäkologisch. Dabei achtet er besonders darauf, wie die Gebärmutter (Uterus) liegt. Dies hilft dabei, Komplikationen bei der Abrasio zu vermeiden.

Die Kürettage kann sowohl unter Vollnarkose (häufigste Form) als auch unter Regionalanästhesie (z.B. Lokalanästhesie oder Spinalanästhesie) durchgeführt werden. Für den Eingriff muss die Frau gewöhnlich nicht für längere Zeit ins Krankenhaus – die Abrasio kann ambulant in einer gynäkologischen Praxis oder Klinik erfolgen. Je nach Grund für die Ausschabung kann jedoch auch ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig sein.

Während die Patientin in Vollnarkose liegt, führt der Operateur über die Scheide ein spezielles Instrument ein, mit dem er den Muttermund aufdehnt. Anschließend führt er die Kürette – ein löffelartiges Instrument – ebenfalls über die Scheide in die Gebärmutter ein. Mit der Kürette, die aufgrund ihrer Form auch als scharfer oder stumpfer Löffel bezeichnet wird, schabt der Arzt die obere Schleimhautschicht der Gebärmutter ab.

Das entfernte Gewebe wird im Labor auf Veränderungen und Auffälligkeiten untersucht. Dies gibt Rückschluss auf verschiedene Erkrankungen, zum Beispiel Tumoren.

Eine besondere Form der Gebärmutterausschabung ist die Saugkürettage, bei der der Operateur ein spezielles elektrisches Absauggerät verwendet. Über ein dünnes Rohr, das der Arzt in die Gebärmutter einführt, kann er die Gebärmutterschleimhaut entfernen.

Die Saugkürettage ist die schonendste Form der Ausschabung der Gebärmutter. Sie wird häufig auch für einen Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) verwendet.

Eine weitere Sonderform der Abrasio ist die Aspirationskürettage. Dazu ist keine Vollnarkose notwendig, da der Arzt den Muttermund nicht aufweiten muss. Mithilfe einer dünnen Spezial-Kürette kann der Arzt eine kleine Menge Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) gewinnen, um diese im Labor untersuchen zu lassen. Die Aspirationskürettage ist nicht dazu geeignet, größere Schleimhautmengen zu entfernen. Auch eine Nachkürettage nach einer Fehlgeburt (Abort) ist mit dieser Abrasio-Methode nicht möglich.

Fraktionierte Abrasio mit Hysteroskopie

Bei der fraktionierten Abrasio schabt der Operateur zunächst den Gebärmutterhals (Zervix) und erst im Anschluss die Gebärmutterhöhle aus. Die unterschiedlichen Proben können dann im Labor auf Veränderungen untersucht werden. Eine fraktionierte Kürretage wird meist in Kombination mit der sogenannten Hysteroskopie durchgeführt, also einer Spiegelung der Gebärmutterhöhle. Durch die Hysteroskopie können Veränderungen in der Gebärmutter genau lokalisiert und deren Ausdehnung erfasst werden. Anschließend kann der Arzt gezielt Gewebe entnehmen.

Abrasio während der Menstruation

Gewöhnlich wird eine Ausschabung nicht während der Periode vorgenommen, sondern kurz davor. In dringenden Fällen, zum Beispiel bei ungewöhnlichen und starken, anhaltenden Blutungen kann die Kürettage aber auch während der Blutungen erfolgen.

Verhalten nach der Ausschabung

Da eine Ausschabung meist unter Vollnarkose erfolgt, sollten Sie nach der Operation jemanden haben, der Sie nach Hause begleitet. Selber Autofahren beispielsweise dürfen Sie an diesem Tag nicht. Zuhause sollten Sie nach einer Ausschabung auf Folgendes achten:

  • Ruhen Sie sich aus, am besten indem Sie sich hinlegen.
  • Bis drei Wochen nach der Abrasio sollten Sie
    • keinen Sex haben,
    • nicht schwimmen oder baden,
    • keine Tampons verwenden und
    • keine Sauna besuchen.
Der Arzt kann Ihnen nach der Abrasio bei Bedarf eine Krankmeldung ausstellen. Wie lange Sie krankgeschrieben werden hängt davon ab, aus welchem Grund die Ausschabung durchgeführt wurde, wie Sie sich anschließend fühlen und ob Sie einen körperlich anstrengenden Beruf ausüben.

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