Abrasio (Kürettage, Gebärmutterausschabung): Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Mai 2015)

Eine Abrasio (Kürettage, Gebärmutterausschabung) kann sowohl aus diagnostischen als auch therapeutischen Gründen eingesetzt werden. Häufig erfolgt eine Ausschabung der Gebärmutter, um Menstruationsstörungen – etwa zu starke oder zu langanhaltende Regelblutungen (Hypermenorrhoe) – abzuklären oder Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut auszuschließen oder festzustellen. 

Eine weitere Indikation für eine Abrasio ist eine Fehlgeburt, besonders eine Missed abortion (früher Tod des Embryos ohne Blutungen oder Wehentätigkeit). Diese sogenannte Nachkürettage ist notwendig, um Reste des Embryos und des Mutterkuchens (Plazenta) zu entfernen und so Infektionen und anhaltende Blutungen zu vermeiden. Auch ein Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) kann mittels der Gebärmutterausschabung vorgenommen werden.

Weitere Gründe für eine Kürettage können sein:

  • erneut auftretende Blutungen während oder nach den Wechseljahren
  • dysfunktionelle Blutungsstörungen (also Blutungen, die anscheinend ohne Grund auftreten)
  • Verdacht auf ein Myom (Gebärmuttergeschwulst)
  • Gebärmutterentzündung (Endometritis)
  • Verdacht auf Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) bzw. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
  • sog. Blasenmole (keine bzw. gestörte Embryonalentwicklung durch fehlerhafte Befruchtung)
  • übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)
  • selten Endometriose (je nach Lokalisation der Endometriose kann die Abrasio zur Therapie eingesetzt werden, häufiger wird jedoch eine Laparoskopie verwendet)