Stillen: Erfolgreich stillen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (16. August 2016)

Stillen ist zwar ein natürlicher Vorgang, muss aber erlernt werden. Früher gab man dieses Wissen von Generation zu Generation weiter. Heute übernehmen Hebammen, Stillberaterinnen und Säuglingskrankenschwestern diese Aufgabe. Wenn Sie sich schon während der Schwangerschaft mit dem Thema Stillen beschäftigt haben, sind Sie nach der Geburt bereits optimal darauf vorbereitet, erfolgreich zu stillen.

Beginnen Sie jede Stillmahlzeit mit einer anderen Brust, denn die erste Brust wird besser geleert. So kurbeln Sie die Milchproduktion in beiden Brüsten optimal an.

Eine durchschnittliche Stillmahlzeit dauert etwa zehn Minuten. Aber keine Sorge, wenn Ihr Baby länger trinkt! Viele Säuglinge machen längere Trinkpausen oder dösen beim Stillen ein. Da kann eine Mahlzeit auch einmal eine halbe Stunde dauern.

Grundregeln für erfolgreiches Stillen

  • Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Entspannung.
  • Haben Sie Geduld! Es dauert eine Weile, bis sich der Stillrhythmus eingespielt hat – sowohl für Sie als auch für Ihr Kind.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich. Halten Sie für jede Stillmahlzeit eine Flasche Wasser griffbereit – viele Frauen bekommen beim Stillen großen Durst.
  • Legen Sie das Neugeborene möglichst innerhalb der ersten Lebensstunde erstmals an.
  • Lassen Sie sich frühzeitig zeigen, wie man das Kind richtig anlegt; dadurch können Sie Probleme wie z.B. wunde Brustwarzen mit großer Wahrscheinlichkeit vermeiden.
  • Ihr Baby muss die Brustwarze und den Großteil des Warzenhofs in den Mund bekommen, um effizient saugen zu können.
  • Legen Sie Ihr Kind vor allem in den ersten Wochen so oft an, wie es danach verlangt (anfangs kann das acht- bis zehnmal täglich sein). Stichwort: Stillen nach Bedarf!
  • Lassen Sie Ihr Baby trinken, so lange es Hunger hat. Vermeiden Sie aber längeres Nuckeln an der Brust, um Ihre Brustwarzen zu schonen.
  • Füttern Sie in den ersten vier Monaten weder andere Nahrung noch andere Getränke zu.
  • Während der Wachstumsschübe (etwa mit zehn Tagen, sechs Wochen, zwölf Wochen) steigt der Milchbedarf des Neugeborenen. Durch häufigeres Anlegen können Sie die Milchproduktion ankurbeln.
  • Stillen Sie Ihr Kind so lange, wie es Ihnen beiden Freude bereitet – empfohlen wird das ausschließliche Stillen während der ersten vier bis sechs Monate, das weiterführende Stillen ist aus gesundheitlichem Gesichtspunkt bis zum Ende des ersten Lebensjahrs sinnvoll. Es spricht nichts dagegen, Kinder auch über das erste Lebensjahr hinaus zu stillen.
  • Holen Sie sich bei Problemen rechtzeitig Rat. Fast alle Schwierigkeiten können überwunden werden!
  • Wenn zu wenig Milch fließt, können Sie die Brust mit Tüchern oder Stillöl wärmen. Legen Sie Ihr Baby außerdem häufiger an.

Wenn ein Baby plötzlich häufiger trinken möchte, kann das mehrere Gründe haben. Selten liegt es daran, dass es von der Milch, die Sie produzieren, nicht mehr satt wird. Wenn Ihr Säugling weiterhin zunimmt und sich gesund entwickelt, reicht Ihre Muttermilch zu seiner Ernährung völlig aus.

  • Häufigeres Trinken kann einerseits ein Zeichen für einen Wachstums- oder Entwicklungsschub sein. Legen Sie Ihr Baby einfach häufiger an – Ihre Milchproduktion wird sich selbstständig an die neuen Zeiten anpassen, und oft nimmt die Häufigkeit nach ein paar Tagen wieder ab.
  • In der warmen Jahreszeit oder bei trockener Heizungsluft kann es außerdem sein, dass Ihr Baby lediglich Durst hat. Es wird dann häufiger, aber weniger pro Stillmahlzeit trinken. Da zu Beginn einer Stillmahlzeit dünnere und erst später fetthaltigere Milch fließt, nimmt es sich so eine Extraportion Flüssigkeit, ohne tatsächlich mehr zu "essen". Gönnen Sie ihm diese Trinkeinheiten, anstatt ihm Tee oder Wasser anzubieten.

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