Schreibaby, Schreikinder: Ursachen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (17. November 2017)

Zwar verschlafen Säuglinge ihren ersten Lebensmonat noch zu gut zwei Dritteln. In den Wachzeiten zeigen sich jedoch schon früh erste Temperamentsunterschiede. Manche Kinder sind eher still und genügsam, andere dagegen stets wach und fordernd. Letztere schreien oft mehr.

Gesunde schreiende Säuglinge lassen sich meist nach kurzer Zeit beruhigen, etwa durch

  • Körperkontakt,
  • die Stimme der Bezugsperson,
  • eine frische Windel,
  • Schlaf oder
  • eine Mahlzeit.

Ist das nicht der Fall, sollten Sie die Ursachen ärztlich abgeklären lassen.

Denn scheinbar unerklärliches Schreien kann einen ernsthafteren Hintergrund haben. Für die Regulationsstörung im Säuglings- und Kleinkindalter (Schreikinder) lässt sich selten eine einzige Ursache ausmachen. Stattdessen spielen oft mehrere Faktoren eine Rolle, die für sich genommen nicht zwingend eine merkliche Auswirkung auf das Baby hätten. Tatsächlich sind die Ursachen für das Schreien nicht zwingend nur beim Kind zu suchen – auch das soziale Umfeld und die Einstellung der Eltern können einen großen Einfluss haben.

Zu den möglichen Ursachen für exzessives Schreien gehören beispielsweise:

  • Milcheiweißallergie (Kuhmilchallergie) – sowohl bei Säuglingen, die mit Säuglingsersatznahrung ernährt werden, aber auch bei gestillten Babys, da die Allergie in seltenen Fällen über die Muttermilch ausgelöst werden kann, wenn die Mutter Kuhmilchprodukte zu sich nimmt
  • Verzögerung der Reifung nach der Geburt (z.B. Finden eines eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus)
  • Traumatisierung vor oder während der Geburt
  • psychische Belastungen auf Seiten der Eltern
  • Überforderung der Eltern
  • keine soziale Unterstützung
  • schlechte Eltern-Kind-Beziehung
  • problembelastete Partnerschaft der Eltern

Aber Achtung: Eltern fühlen sich schnell unzulänglich und fragen sich, wo ihre Fehler liegen, wenn sie ein Schreikind haben. Sein Handeln zu hinterfragen schadet nicht, aber selten kann das Thema "Schreibaby" darauf reduziert werden, dass die Eltern Fehler gemacht haben. Häufig spielen viele Umstände zusammen und bilden einen Teufelskreis, aus dem man nur mithilfe von außen herausfindet.

Symptome

Schreikinder zeichnen sich – so sagt schon der Name – durch übermäßiges Schreien aus. Zum exzessiven Schreien kommen aber noch weitere Symptome, die besonders bei Schreikindern auftreten können und zu dem Sammelbegriff der Regulationsstörung führen:

  • langanhaltendes Quengeln und Unruhe
  • schlechter Schlaf-Wach-Rhythmus:
    • kurze Tagesschlaf-Phasen (weniger als 30 min am Stück)
    • Einschlafprobleme
    • kurze Gesamtschlafdauer

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