Milchschorf & Kopfgneis: Milchschorf (Neurodermitis beim Baby)

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (07. Juni 2017)

Milchschorf beim Baby ist die erste Ausprägung einer Neurodermitis (atopisches Ekzem) beim Baby. Neurodermitis ist die häufigste Hauterkrankung bei Kindern: 10 bis 15 Prozent der Vorschulkinder in Europa haben zumindest vorübergehend eine Neurodermitis. Grundsätzlich gibt es drei Formen der Neurodermitis, die sich dadurch unterscheiden, dass sie an verschiedenen Körperstellen und zu verschiedenen Lebensaltern auftreten.

Die Neurodermitis setzt, meist in Form von Milchschorf, oft schon bei Babys ein (meistens zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat). Sie verläuft wechselhaft mit Krankheitsschüben, die unterschiedlich lang und schwer sein können. Die Hautkrankheit heilt bei etwa 60 Prozent der betroffenen Kinder bis zum Schulalter vollständig von selbst (spontan) ab.

Der Milchschorf zeigt sich in Form von Hautveränderungen, die verbrannter Milch ähneln, hat aber nichts mit einer Milchallergie oder Laktoseintoleranz zu tun. Die gelblich-weißen Krusten können nässen und sich entzünden. Nicht selten breiten sie sich flächig aus.

Milchschorf befällt meistens die Außenseiten von Armen und Beinen und das Gesicht, kann aber auch auf der behaarten Kopfhaut auftauchen und wird daher von Laien schnell mit dem Kopfgneis verwechselt. Milchschorf juckt im Gegensatz zum Kopfgneis aber stark, was dazu führen kann, dass die betroffenen Babys sich die juckenden Stellen blutig kratzen.

Die Ursachen für Neurodermitis beim Baby und somit für den Milchschorf sind bisher nicht genau bekannt. Es gibt jedoch auslösende Faktoren, die man nur bedingt im Vorfeld vermeiden kann. So scheint die erbliche Veranlagung eine große Rolle zu spielen: Haben bereits die Eltern Neurodermitis, so entwickelt der Nachwuchs in mindestens 60 Prozent der Fälle auch eine Neurodermitis. Zu den Umweltfaktoren, die eine Neurodermitis verstärken können, zählen außerdem Stress und Zigarettenrauch.

Einer Neurodermitis beim Baby können Sie daher nur bedingt vorbeugen:

  • Achten Sie darauf, zumindest in Gegenwart Ihres Säuglings nicht zu rauchen (besser noch, Sie verzichten ganz auf Zigaretten).
  • Stillen Sie Ihr Baby, wenn möglich, mindestens vier Monate lang.
  • Ist das nicht möglich, gibt es für Säuglinge mit Neurodermitis oder Säuglinge, die ein erhöhtes Risiko für eine Neurodermitis haben, spezielle allergenarme Flaschennahrung.

Wenn Ihr Baby unter Milchschorf leidet, vermeiden Sie folgende Faktoren, die die Beschwerden verschlimmern können:

  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • Kontakt mit Wolle und Hausstaub
  • Stress
  • Überhitzung

Versuchen Sie außerdem nicht, den Milchschorf zu entfernen! Das kann Komplikationen wie Entzündungen und Narbenbildung mit sich bringen – außerdem ist das Problem damit nicht behoben.

Die Therapie von Milchschorf entspricht weitgehend der Therapie einer Neurodermitis, wobei einige Präparate und Therapieansätze für Säuglinge noch nicht geeignet sind. In leichten Fällen von Milchschorf reicht es gerade bei Babys oft aus, die Haut besonders sorgfältig zu pflegen und das Baby vom Kratzen abzuhalten, beispielsweise, indem Sie ihm dünne Handschuhe überziehen und die Fingernägel kurz halten. Nimmt der Juckreiz überhand, sollte der Milchschorf aber eingehender behandelt werden.


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