Gesunde Ernährung fürs Baby: Was ist gesund?

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (14. Oktober 2016)

Es gibt keine schlechten oder guten Lebensmittel. Es ist immer nur entscheidend, in welcher Menge sie aufgenommen werden. Eine ausgewogene Ernährung für Babys setzt sich aus unterschiedlichen Nährstoffen zusammen. In den ersten vier Monaten ist der Bedarf über die Milchmahlzeiten gedeckt, in den ersten Monaten der Beikost über die Kombination aus Milchmahlzeiten und Brei. Wenn die Beikost vollständig eingeführt wurde, können genauere Angaben über die einzelnen Nährstoffe gemacht werden.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate spielen eine große Rolle in der Ernährung von Babys, da sie die nötige Energie für ein gesundes Wachstum und eine altersgerechte Entwicklung liefern. Wichtig ist aber, dass es sich um hochwertige Kohlenhydrate handelt. Auch beispielsweise Kuchen, Schokolade, Fruchtjoghurts und Fruchtsäfte enthalten Kohlenhydrate – diese führen aber vorwiegend dazu, dass Ihr Baby bei zu häufigem Genuss übergewichtig wird. In Maßen dürfen aber auch diese Lebensmittel genossen werden. Hochwertige Kohlenhydrate hingegen finden sich in Getreide und Kartoffeln.

Getreide

Getreide, etwa in Form von Brot, Müsli oder Nudeln, gehört zu den wichtigsten Nahrungsmitteln in der Ernährung von Babys und Kleinkindern, da es hochwertige Kohlenhydrate enthält, unsere wichtigsten Energielieferanten. Im ersten Lebensjahr sollte man noch auf Vollkornprodukte wie Vollkornbrot in der Ernährung des Babys verzichten, da sie noch nicht richtig verdaut werden können. Vollkornflocken für die Zubereitung von Getreidebreis sind aber kein Problem. Zu Beginn der Beikost bieten sich Getreidebreis am Abend an, beispielsweise aus Hafer, Hirse, Dinkel oder Gries. Später kommen dann Brot, Nudeln und Reis dazu.

Kartoffeln

Kartoffeln werden ernährungstechnisch nicht zu Gemüse gezählt, da sie vorwiegend Lieferant von Kohlenhydraten sind. Sie sollten regelmäßig auf den Tisch kommen. Die Beikost wird gerne mit einem Kartoffel-Gemüse-Brei eingeführt – das sollten Sie beibehalten und Kartoffeln in die regelmäßige Ernährung des Babys aufnehmen. Wenn das Baby an die Beikost gewöhnt ist, können die Kartoffeln gestampft anstatt püriert werden oder einfach mit der Gabel zerdrückt. Später werden dann auch Pommes frites oder Bratkartoffeln interessant (hier sollten Sie auf die Fettmenge achten, die für die Zubereitung nötig ist).

Obst & Gemüse

Eine ausgewogene Ernährung besteht auch bei Babys aus viel Gemüse und Obst, wobei das Gemüse überwiegen sollte, da Obst viel Zucker enthält.

Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine und Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Um den täglichen Bedarf zu decken empfiehlt sich auch in der Ernährung Ihres Babys die 5-am-Tag-Formel: dreimal täglich Gemüse, zweimal Obst, ob roh oder gekocht. Babys mögen zu Beginn der Beikost meist Fruchtpürees aus Birne oder Apfel oder zerdrückte Banane. Es gibt aber keinen Grund, nicht auch andere Obstsorten anzubieten, solange sie weich genug für Babys Gaumen sind.

Als Einsteigergemüse bieten sich Pastinaken, Möhren, Fenchel, Brokkoli und andere herkömmliche Gemüsesorten an. Aber auch hier gilt: Probieren Sie nach und nach aus, was Ihrem Baby schmeckt. Große Variationen sind anfangs nicht nötig.

Fruchtsäfte decken zwar auch den täglichen Vitamin-Bedarf. Sie enthalten aber auch viel Zucker, der besonders für Babys, die aus der Nuckelflasche trinken, Risiken birgt: Zum einen können die ersten Zähne geschädigt werden. Zum anderen reizt der süße Saft zum Dauernuckeln. Wenn Sie Ihrem Baby Fruchtsäfte nicht vorenthalten möchten, verdünnen Sie diese mindestens im Verhältnis Saft : Wasser = 1 : 5.

Fleisch & Fisch

Auch in der Ernährung von Babys sollten Fleisch und Fisch nicht fehlen. Fleisch liefert Eisen, Mineralstoffe und Vitamine. Ein bis zwei Mahlzeiten wöchentlich sollten Fleisch enthalten – im ersten Lebensjahr bedeutet das, dass der Mittagsbrei (alternativ der Abendbrei) einen Fleischanteil enthält, beispielsweise magere Putenbrust.

Eisen ist außer in Fleisch auch in vielen Gemüsen und Vollkornprodukten enthalten, sodass auch eine fleischfreie Ernährung gesund und ausgewogen sein kann. Achtung aber bei Sojaprodukten: Die sind für Babys im ersten Lebensjahr nur eingeschränkt verträglich. Besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt, bevor Sie Soja in die Ernährung Ihres Babys aufnehmen.

Um dem Körper das Eisen bestmöglich zuzuführen, empfiehlt sich eine Kombination mit Vitamin C. Das können Sie gewährleisten, indem Sie als Nachtisch Fruchtpüree reichen oder den Gemüse-Fleischbrei mit etwas Fruchtsaft vermischen.

Fisch enthält Omega-3-Fettsäuren und wichtiges Jod – in den Industrienationen ein Mangelelement. Fisch sollte daher mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen, auch bei Babys im ersten Lebensjahr. Achten Sie aber darauf, dass der Fisch grätenfrei ist!

Eier

Eier liefern Vitamine und Mineralstoffe. Im ersten Lebensjahr zählen Eier allerdings zu den Lebensmitteln, die Allergien auslösen können. Allergiegefährdete Säuglinge sollten daher keine Eier bekommen. Für alle anderen gilt: Hin und wieder können Eier in die Ernährung des Babys eingebunden werden, ob gekocht, als Rührei oder in der Nahrung verarbeitet.

Milch & Milchprodukte

Die Ernährung von Babys sollte mindestens in den ersten vier Monaten ausschließlich aus Milchnahrung bestehen (in Form von Muttermilch oder Flaschennahrung). Mit Einführung der Beikost werden die Milchmahlzeiten nach und nach ausgeschlichen. Dennoch trinken viele Kinder über den ersten Geburtstag hinaus besonders nachts noch eine Flasche Milch oder werden zusätzlich gestillt. Außerdem sollten über den Tag Milch und Milchprodukte angeboten werden, um genügend Calcium aufzunehmen.

Zum Beikoststart wird der Milchbedarf über Still- oder Flaschenmahlzeiten sowie Milchbreis gedeckt. Nach und nach werden diese Mahlzeiten durch ein Glas Milch, ein Käsebrot, Kartoffelbrei mit Milch, Quark, Joghurt und Ähnliches ersetzt.

Gegen Kuhmilch im ersten Lebensjahr ist bei nicht-allergiegefährdeten Kindern nichts einzuwenden, sie sollte allerdings langsam eingeführt werden. Bis dahin können Sie auf Säuglingsnahrung zurückgreifen. Dafür reicht im ersten Lebensjahr die ganz normale Anfangsnahrung (Zusatz "Pre" oder "1") völlig aus.

Fett

Fett ist nicht gleich Fett und gehört im entsprechenden Rahmen zu einer gesunden Ernährung von Babys dazu. Es sollte überwiegend in gesunder Form, beispielsweise über pflanzliche Öle, Nüsse oder Avocados, aufgenommen werden. Süßigkeiten und Fast Food braucht ein Säugling nicht – es ist aber auch nicht schlimm, wenn schon Babys damit hin und wieder in Berührung kommen, etwa weil sie es bei älteren Geschwistern beobachten und neugierig sind. Hier sollten Sie nur darauf achten, den Konsum zu begrenzen und dem Kind nur Dinge zu geben, die es schon kauen kann und an denen es sich nicht verschluckt.

Zur Beikostzeit wird Fett in der Regel in Form von Öl (bspw. Rapsöl) der Hauptmahlzeit zugesetzt.


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