Flaschennahrung: Babymilch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Januar 2015)

Für ein Baby ist als Flaschennahrung eine industriell hergestellte Babymilch (sog. Formulanahrung) empfehlenswert: Diese künstliche Säuglingsersatznahrung bietet eine größere Sicherheit als selbst zubereitete Säuglingsmilch. Die Formulanahrung auf Kuhmilchbasis unterteilt man in Anfangsnahrungen und Folgenahrungen:

  • Anfangsnahrung ist gekennzeichnet mit der Vorsilbe Pre und der Ziffer 1
  • Folgenahrung ist gekennzeichnet mit den Ziffern 2 und 3

Säuglingsanfangsnahrung (mit der Kennung Pre oder 1) ist während des gesamten ersten Lebensjahrs zur alleinigen Flaschenernährung geeignet: Auch nach dem sechsten Lebensmonat ist Ihr Kind mit dieser Flaschenmilch also noch bestens versorgt. Dabei ist die Pre-Milch der Muttermilch am ähnlichsten: Diese Flaschennahrung enthält keine anderen Kohlenhydrate außer Milchzucker, weshalb das Baby so viel davon trinken kann, wie es möchte. Sogenannte Dauermilch mit der Ziffer 1 enthält neben dem Milchzucker noch bis zu zwei Prozent Stärke und sättigt mehr. Daher ist es ratsam, auf die vom Hersteller der künstlichen Babymilch empfohlenen Trinkmengen zu achten, damit der Säugling kein Übergewicht entwickelt.

Im Vergleich zur Säuglingsanfangsnahrung ist die Folgemilch (mit der Ziffer 2 oder 3) recht eiweißreich. In ihrer Zusammensetzung ist diese Flaschennahrung der Kuhmilch sehr ähnlich. Im Säuglingsalter ist künstliche Babymilch mit den Ziffern 2 und 3 allerdings wenig sinnvoll. Ab wann Folgemilch für Ihr Kind empfehlenswert ist, hängt davon ab, wann Sie die Beikost einführen: Geben Sie Ihrem Baby frühestens dann Folgemilch, wenn es schon Beikost bekommt – also ergänzend zur gemischten Kost.

Ist das mit Flaschennahrung gefütterte Baby gesund, reicht die Flüssigkeitszufuhr durch die Babymilch (ebenso wie beim Stillen mit Muttermilch) vollkommen aus. Wenn Ihr Baby stark schwitzt oder hohes Fieber hat, können Sie ihm zusätzlich zur Fertigmilch ungesüßten Fencheltee (mit abgekochtem Wasser zubereitet) oder Tafelwasser aus der Flasche anbieten, das den Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" trägt.

Hydrolysatnahrung

Als Flaschennahrung für Säuglinge, die ein erhöhtes Risiko für Allergien haben oder bereits allergisch sind, steht eine spezielle Babymilch zur Verfügung: die sogenannte hydrolysierte Säuglingsnahrung. Die in dieser Ersatznahrung enthaltenen Milcheiweiße haben eine geringere allergieauslösende (bzw. allergene) Wirkung, da man sie durch ein speziellen Verfahren teilweise oder ganz aufgespalten hat:

  • Partiell hydrolysierte Säuglingsersatznahrung (HA-Nahrung) enthält Milcheiweiße, die nur teilweise aufgespalten sind. Diese Nahrung ist immer mit dem Zusatz "HA" versehen und als Flaschennahrung ausreichend, wenn Sie allgemein einer Allergie vorbeugen möchten oder wenn bei Ihrem Kind ein erhöhtes Allergierisiko besteht. Wenn Ihr Kind schon eine Allergie hat, ist diese Babymilch jedoch nicht zu seiner Flaschenernährung geeignet.
  • Extensiv hydrolysierte Ersatznahrung (Hydrolysatnahrung = ehF) enthält Milcheiweiße, die stärker aufgespalten sind. Diese Flaschennahrung ist sinnvoll für Ihr Baby, wenn es bereits Symptome einer Milcheiweißallergie zeigt und Sie es nicht stillen. In seltenen Fällen können Kinder allerdings noch auf die restlichen allergieauslösenden Stoffe in dieser Babymilch (sog. Allergene) überempfindlich reagieren.

Aminosäuren-Formulanahrung

Als Flaschennahrung für Babys mit einer Milchallergie oder mehreren Nahrungsmittelallergien ist eine andere Babymilch geeignet: sogenannte Aminosäuren-Formulanahrung. Diese künstlich hergestellte Säuglingsmilch ist völlig frei von Kuhmilch und enthält als Eiweißquelle nur die kleinsten Eiweißbausteine (sog. Aminosäuren), die keine Allergien auslösen können (d.h. non-allergen sind). Deshalb bietet diese Säuglingsmilch bei Allergien eine besonders sichere Ernährung.


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