Durchfall bei Baby und Kleinkind: Durchfall beim Baby

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (25. Juni 2014)

Durchfall ist beim Baby besonders kritisch, da der Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust bei Säuglingen schnell zu einer gefährlichen Austrocknung führen kann. Beobachten Sie Ihr Baby genau: So lange es ausreichend trinkt und sich normal verhält, müssen Sie nichts überstürzen.

Suchen Sie den Kinderarzt auf, wenn:

  • der Durchfall bei Ihrem Baby andauert oder
  • Ihr Baby Symptome einer Deyhdration zeigt.

Folgende Symptome können ein Hinweis darauf sein, dass das Baby bereits viel Flüssigkeit und Mineralstoffe (Elektrolyte) verloren hat und dehydriert ist:

  • Fieber
  • eingesunkene Fontanelle: Legen Sie Ihr Baby auf den Rücken und beobachten Sie die Fontanelle. Wenn sie sich nach außen wölbt, ist alles in Ordnung. Wölbt sie sich nach innen, bezeichnet man das als "eingesunken". Achtung: In aufrechter Haltung ist die Fontanelle häufig leicht eingesunken, besonders wenn sie noch groß ist.
  • nur schwacher Saugreflex
  • Lidschlag nur selten zu beobachten
  • eingesunkene Augen
  • besonders tiefe, ununterbrochene Atmung durch den Mund
  • vorwiegend trockene Windeln im Lauf des Tages (zu wenig Urin)
Durchfall ... Kinderarzt – ja oder nein?
... und keine weiteren Symptome nicht zwingend nötig
... länger als sechs Stunden nach telefonischer Absprache zum Kinderarzt
... und Fieber, Apathie oder Anzeichen einer Dehydration umgehend zum Kinderarzt
Schlafender Säugling in Windeln. © Jupiterimages/iStockphoto

Durchfall führt bei Babys schnell zu einer Austrocknung.

Das können Sie tun

Akuter Durchfall klingt nach einer Weile von selber ab. Solange Ihr Baby lediglich Durchfall hat, weiter aber nicht auffällig ist, müssen Sie nur für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen.

Für Stillbabys gilt: Stillen Sie Ihr Kind in dieser Zeit möglichst oft.

Wenn das Baby nicht gestillt wird, bieten Sie folgende Flüssigkeiten an:

  • stille bzw. kohlensäurearme Mineralwasser mit hohem Gehalt an Calcium, Natrium, Kalium und Magnesium
  • Kräuter- oder Früchtetee mit Traubenzucker und etwas Salz
  • Glukose-Elektrolyt-Lösungen (aus der Apotheke)

Das kann der Arzt tun

Wenn der Durchfall anhält, weitere Beschwerden (Erbrechen, Fieber) oder Anzeichen einer Austrocknung hinzukommen, sollte Sie den Kinderarzt aufsuchen.

Bei länger anhaltendem oder wiederkehrendem Durchfall kann der Arzt bei Bedarf folgende Untersuchungen veranlassen:

Ist eine Lebensmittelunverträglichkeit Grund für den Durchfall, ist es nötig, die entsprechenden Lebensmittel zu vermeiden. Im Fall einer Kuhmilchallergie gilt das auch für die Mutter, wenn Sie das Baby noch stillt. In seltenen Fällen kann das Kuhmilcheiweiß über die Muttermilch eine solche Allergie beim Baby auslösen beziehungsweise allergische Reaktionen hervorrufen.

Wenn Medikamente als Nebenwirkung den Durchfall verursachen, müssen diese in Absprache mit dem Arzt abgesetzt oder ausgetauscht werden. Sind Antibiotika Auslöser, klingt der Durchfall gewöhnlich nach der nötigen Einnahmezeit ab.

Bei Austrocknung: Ist das Baby bereits dehydriert, muss es umgehend Flüssigkeit und Elektrolyte bekommen. Bei einer leichten Dehydrierung versucht der Arzt das über eine Glukose-Elektrolyt-Lösung, die der Säugling aus der Flasche trinken kann. Wenn nötig wird die Lösung aber im Krankenhaus per Magensonde zugeführt. Seltener ist es nötig, dem Baby isotone Kochsalzlösung direkt über das Blut (intravenös) zuzuführen.


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