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Forenexperte: Dr. med. Frank Kahmann
Forum Prostatakrebs
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Stand: 30. Oktober 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Beim transrektalen Ultraschall (TRUS) führt der Arzt eine Ultraschall-Sonde in den Mastdarm (Rektum) ein. So kann er die Größe und Form der Prostata ermitteln und die Drüse nach krebsverdächtigen Bereichen absuchen. Beim Ultraschall ist der untersuchte Patient keiner Strahlenbelastung ausgesetzt und die Untersuchung ist risiko- und in der Regel schmerzlos. Die TRUS eignet sich nicht als alleiniges Diagnoseverfahren bei der Prostatakrebs-Früherkennung und kommt daher lediglich als ergänzende Untersuchung zum Einsatz.
Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein ausschließlich im Prostatagewebe gebildetes Eiweiß (Protein). Es ist im Ejakulat (Sperma) und im Blut gesunder Männer enthalten und dient der Verflüssigung des Spermas. Bei Prostatakrebs kann das PSA in bestimmter Weise erhöht sein.
Neben Prostatakrebs können aber auch verschiedene Erkrankungen der Prostata zu einer Erhöhung von PSA im Blut führen. Die wichtigsten sind die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) und die Prostataentzündung (Prostatitis). Auch nach langen Fahrradfahrten, Geschlechtsverkehr und Verstopfung (Obstipation) kann der PSA-Spiegel im Blut erhöht sein und fälschlicherweise einen Krebsverdacht anzeigen. Daher steht der PSA-Test als Früherkennungsmaßnahme bei Prostatakrebs in der Diskussion. Generell gilt: Vor dem PSA-Test sollte der Arzt den Untersuchten über die Aussagekraft von positiven und negativen Untersuchungsergebnissen beziehungsweise über die Vor- und Nachteile der Methode aufklären. Männer, die sich für einen PSA-Test entscheiden, sollten vor der Blutentnahme auf Fahrradfahren und Geschlechtsverkehr verzichten, damit der PSA-Wert nicht verfälscht wird.
Ein PSA-Test gehört nicht zur gesetzlichen Prostatakrebs-Früherkennung – die Kosten dafür müssen die Betroffenen selbst übernehmen.
Ärzte setzen den PSA-Test routinemäßig zur Therapieplanung und Verlaufsbeobachtung von Prostatakrebs ein: Kommt es zum Beispiel gewisse Zeit nach einer operativen Entfernung des Tumors zu einem erneuten Anstieg von PSA, besteht der Verdacht auf eine Neubildung des Prostatakarzinoms (sog. Rezidiv).
Haben vorangehende Untersuchungen den Verdacht auf Prostatakrebs ergeben, kann eine Prostata-Biopsie die Diagnose mit hoher Wahrscheinlichkeit bestätigen oder ausschließen. Dennoch muss der Arzt diese Untersuchungsmethode mit dem betroffenen Mann genau besprechen und die Entscheidung für oder gegen eine Biopsie grundsätzlich sorgfältig abwägen. Vom Mastdarm oder vom Damm aus sticht der untersuchende Arzt unter Ultraschallkontrolle mit einer Kanüle in verschiedene Bereiche der Prostata und kann so Prostatagewebe entnehmen. Der Pathologe untersucht diese Probe dann unter dem Mikroskop auf Tumorzellen. Falls er ein Prostatakarzinom findet, kann er gleichzeitig den genauen Tumortyp bestimmen.
Die Biopsie ist normalerweise nicht oder nur wenig schmerzhaft und wird ambulant durchgeführt. Zu den seltenen Komplikationen zählen stärkere Blutungen und eine akute Prostataentzündung (Prostatitis). In den Tagen nach der Prostata-Biopsie findet sich bei den Untersuchten oft etwas Blut im Sperma oder – etwas seltener – im Urin.
Um Infektionen zu verhindern, erhält der Patient schon am Vorabend der Gewebeentnahme ein Antibiotikum. Dass die Tumorzellen sich durch das Einstechen und Wiederherausziehen der Nadel im Körper ausbreiten und Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden, ist nicht zu befürchten.
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