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Wundversorgung – was tun bei Blutungen?

Moderne Wundversorgung: feuchte Wundbehandlung

Stand: 16. August 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Bei der Wundversorgung zielt die Erste Hilfe darauf ab, eingetretene Blutungen möglichst rasch zu stillen und Infektionen des Wundbereichs mit Krankheitserregern zu verhindern. Bei der speziellen Behandlung von Wunden soll die Art des Wundverbands auch die natürlichen Wundheilungsprozesse unterstützen, damit die Wunden schneller heilen und die Bildung von Narben möglichst günstig verläuft. Hierzu empfiehlt sich die moderne Wundversorgung durch eine feuchte Wundbehandlung.

Die moderne Wundversorgung durch feuchte Wundbehandlung besteht darin, dass man sogenannte hydroaktive Verbände oder Pflaster auf die Wunde aufträgt, die mit einer speziellen Wundauflage ausgestattet sind. Diese Auflage verhindert, dass die Wundflüssigkeit austrocknet. Für die Wundheilung wesentliche Substanzen wie Enzyme, Hormone und Wachstumsfaktoren können auf diese Weise in der Wunde wirken und die Neubildung von Zellen anregen. Außerdem senkt diese Form der Wundbehandlung, die für ein feuchtes Wundmilieu sorgt, das Infektionsrisiko deutlich. Die Bildung von Wundschorf, der wie eine mechanische Barriere die Einwanderung neu gebildeter Zellen stört, ist durch die feuchte Wundbehandlung unterbunden. Darüber hinaus verklebt die Auflage des feuchten Verbands oder Pflasters nicht mit dem Wundbereich. Somit besteht nicht die Gefahr, dass man beim Abnehmen des Verbands oder Pflasters bereits neu gebildetes Gewebe wieder zerstört.

Für die moderne Wundversorgung stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung – feuchte Wundverbände zur Wundbehandlung können folgende Mittel enthalten:

  • Alginate: Diese aus Braunalgen gewonnenen Mittel finden auf Wundkompressen oder Wundtamponaden Verwendung. Alginate können Wundsekret aufnehmen und bilden dabei ein zähflüssiges Gel, das die Wunde feucht hält. Vor allem bei stark nässenden oder tiefen Wunden eignen sich Alginate zur Wundversorgung. Neuere Alginate enthalten zusätzlich Zink- oder Mangan-Ionen, welche die Zellaktivität und somit die Neubildung von Gewebe anregen.
  • Hydrokolloide: Auch Hydrokolloide bilden durch die Aufnahme von Wundsekret ein Gel, das die Wunde feucht hält. Sie sind bei allen Wunden zur Wundversorgung geeignet.
  • Hydrogele: Hydrogele stehen als Fertigverbände oder als Gele zur Verfügung. Sie sind vor allem zum Aufweichen und Ablösen abgestorbener, trockener Gewebeteile oder Beläge geeignet.
  • Silber-Aktivkohle-Wundauflagen: Da Silber bakterienabtötend wirkt, eignen sich Silber-Aktivkohle-Wundauflagen vor allem zur Vorbeugung von Wundinfektionen und können auch zur Reinigung von bereits infizierten Wunden zum Einsatz kommen.

Feuchte Wundverbände können die Wundheilung erheblich beschleunigen. Darüber hinaus sorgt diese moderne Wundversorgung dafür, dass sich deutlich weniger überschießendes Narbengewebe bildet. Damit die feuchte Wundbehandlung optimal wirkt, ist es möglich, die verschiedenen Substanzen miteinander zu kombinieren.

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