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Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)

Narkosemittel und Medikamente

Stand: 11. Juni 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Die verwendeten Narkosemittel und Medikamente bei einer Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) können je nach ihrer Wirkung in vier Gruppen eingeteilt werden:

  1. Inhalationsanästhetika: gas- und dampfförmige Narkosemittel, die der Patient über die Lunge aufnimmt.
  2. Intravenöse Anästhetika oder Schlafmittel (Hypnotika): Narkosemittel, die der Arzt in eine Vene spritzt.
  3. Schmerzstillende Mittel (Analgetika)
  4. Mittel zur Erschlaffung der Muskulatur (Muskelrelaxantien)

Inhalationsanästhetika

Zu dieser Gruppe gehören leicht flüchtige Flüssigkeiten und Gase. Für eine Vollnarkose nutzt der Narkosearzt meist die dem Äther ähnlichen Narkosemittel namens Isofluran, Sevofluran und Desfluran. Sie alle sind Gase.

Inhalationsanästhetika erzeugen alle vier Eigenschaften einer Vollnarkose:

  • Sie schalten den Schmerz aus: Analgesie.
  • Sie entspannen die Muskulatur: Muskelrelaxation.
  • Sie führen zu Bewusstseinsverlust und zu einer Erinnerungslücke für die Zeit des Eingriffs (Amnesie).
  • Sie dämpfen die Schutzreflexe.

Moderne Narkoseverfahren zielen darauf ab, mit möglichst wenigen Nebenwirkungen einherzugehen. Dies erreicht der Narkosearzt, indem er unterschiedliche Substanzen kombiniert und so ihre Wirkung optimal aufeinander abstimmt und möglichen Nebenwirkungen vorbeugt oder sie abschwächt. Zusätzlich zu den gasförmigen Narkosemitteln setzt der Narkosearzt daher auch Schlafmittel (Hypnotika), Schmerzmittel (Analgetika) und die Muskeln erschlaffende Wirkstoffe (Muskelrelaxantien) ein.

Schlafmittel (Hypnotika)

Typische Schlafmittel sind flüssige Medikamente wie Thiopental-Natrium, Propofol oder Etomidat. Sie werden über eine Vene verabreicht, führen zu Bewusstseinsverlust und dämpfen die Schutzreflexe.

Schmerzstillende Mittel (Analgetika)

Zu den schmerzstillenden Mitteln (Analgetika) gehören Opiode, das sind Medikamente, die eine dem Morphin ähnliche Wirkung haben. Für eine Vollnarkose gebräuchliche Opioide sind Fentanyl, Sufentanil, Alfentanil und Remifentanil. Außerdem spielen Wirkstoffe, die nicht zu den Opioiden zählen (Nicht-Opioide) und der Wirkstoff Ketamin eine Rolle. Nicht-Opioid-Analgetika setzt der Arzt vorrangig ein, um vorzubeugen, dass nach der Operation (postoperativ) Schmerzen auftreten.

Mittel zur Erschlaffung der Muskulatur (Muskelrelaxantien)

Muskelrelaxantien wie die Substanzen Mivacurium, Atracurium, Cis-Atracurium sind sowohl für die Intubation (das Einführen des Beatmungsschlauches in die Luftröhre) als auch zum Beispiel für Eingriffe in der Bauchhöhle (z.B. Magenoperation) nötig, da durch ihre Wirkung die Bauchmuskulatur erschlafft und der Chirurg somit gute Operationsbedingungen vorfindet.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)

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