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Szintigraphie

Durchführung

Stand: 22. August 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Radiopharmaka

Die Szintigraphie ist eine nuklearmedizinische Untersuchung – vor ihrer Durchführung bekommen Sie zunächst einen bestimmten schwach radioaktiven Stoff verabreicht: ein sogenanntes Radiopharmakon. Radiopharmaka sind radioaktiv markierte Arzneimittel; ihre Verabreichung erfolgt zum Beispiel per Spritze in die Blutbahn.

Abhängig davon, auf welchen Körperbereich beziehungsweise welches Organ die szintigraphische Untersuchung abzielt, kommen ganz bestimmte Radiopharmaka zum Einsatz: Der Stoffwechsel des Menschen oder die Zusammensetzung des verabreichten Stoffs führt dazu, dass sich das Radiopharmakon in dem jeweils zu untersuchenden Bereich beziehungsweise Organ anreichert beziehungsweise der Körper es dort einbaut oder verarbeitet. Damit sind – anders als die radioaktiven Substanzen, die zum Beispiel bei der Durchführung vieler Röntgenuntersuchungen zum Einsatz kommen – die bei der Szintigraphie verwendeten Radiopharmaka keine Kontrastmittel.

Vor der Durchführung der eigentlichen szintigraphischen Untersuchung liegt eine unterschiedlich lange Wartezeit: Die meisten Radiopharmaka brauchen einige Stunden, um sich vollständig im Körper zu verteilen – erst dann erstellt man das Bild (Szintigramm). Da der Körper die radioaktive Substanz meist über die Nieren ausscheidet, empfiehlt es sich, viel zu trinken und öfters auf die Toilette zu gehen: So verhindern Sie, dass sich der radioaktive Stoff in der Harnblase ansammelt, und verringern außerdem die Strahlenbelastung.

Gammakamera

Die eigentliche Szintigraphie, bei der man ein Bild von der Verteilung der zuvor verabreichten Stoffe im Körper erstellt, erfordert zur Durchführung eine technische Ausrüstung. Diese besteht aus einer besonderen Kamera – der Gammakamera – und einem angeschlossenen Computer.

Die zur Szintigraphie verabreichten schwach radioaktiven Stoffe zerfallen im Körper und senden dabei Gammastrahlen aus. Die Gammakamera kann diese vom Körper ausgehende Strahlung erfassen: Hierzu verfügt sie über einen oder mehrere Messköpfe (sog. Detektoren). Ein angeschlossener Computer wandelt die so erfassten Daten dann in ein Bild (das sog. Szintigramm) um. Dieses mithilfe der Gammakamera erstellte Bild zeigt, wie sich der radioaktive Stoff in der untersuchten Region verteilt. Unterscheidungen zwischen Bereichen mit hoher und geringer radioaktiver Aktivität ermöglichen dann diagnostische Rückschlüsse auf den Stoffwechselvorgang und somit auf mögliche krankhafte Veränderungen.

Während dieser eigentlichen Szintigraphie sitzen Sie oder liegen Sie – vor beziehungsweise unter der Gammakamera; manchmal befinden sich neben oder unter der Liege zusätzliche Aufnahmegeräte. Die meisten Szintigraphie-Geräte sind offen, weshalb sich auch die meisten Menschen mit Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) problemlos szintigraphisch untersuchen lassen können. Eine Ausnahme bildet die Kombination der als SPECT bezeichneten Szintigraphie-Form mit der Computertomographie: Während deren Durchführung liegen Sie in einer kurzen Röhre.

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