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Vasektomie (Sterilisation beim Mann)

Stand: 29. November 2012Autor: Onmeda-Redaktion

Die Vasektomie (Sterilisation beim Mann) ist eine dauerhaft wirksame Form der Empfängnisverhütung. In einem chirurgischen Eingriff durchtrennt der Arzt die Samenleiter und führt so eine gewünschte Unfruchtbarkeit des Mannes herbei.

In Deutschland lassen sich jedes Jahr etwa 30.000 bis 50.000 Männer sterilisieren. Die Vasektomie lässt sich beim Mann gewöhnlich ambulant durchführen; dabei erfolgt der Eingriff unter Lokalanästhesie.

Die Zeugungsfähigkeit bleibt aber noch etwa drei Monate nach der Sterilisation beim Mann bestehen, da sich etliche befruchtungsfähige Samenfäden noch in dem Gangsystem und in der Samenblase halten können. In dieser Zeit muss unbedingt weiterhin normal verhütet werden. Mit einer späteren Nachuntersuchung stellt der Arzt fest, ob noch Spermien austreten – erst bei negativem Befund gilt der Mann nach der Vasektomie als unfruchtbar.

Folgen

Eine Sterilisation beim Mann hat Folgen für die Zusammensetzung des Spermas. Zwar findet sich nach einer Vasektomie im Sperma kein Samen mehr, es erfolgt beim Orgasmus dennoch eine Ejakulation. Das Ejakulat besteht dann aus der in der Prostata (Vorsteherdrüse) gebildeten Flüssigkeit. Insofern beeinträchtigt eine Sterilisation beim Mann die Qualität der Sexualität nicht und hat auch keine Auswirkungen auf den Hormonhaushalt.

Im Gegensatz zur Sterilisation der Frau ist die Möglichkeit einfacher, die Samenleiter nach der Vasektomie mikrochirurgisch irgendwann wieder zu vereinigen. Allerdings sinkt die Erfolgsaussicht dieser sogenannten Refertilisierung ("Wiederfruchtbarmachung"), je länger die Vasektomie zurückliegt. Studien haben ergeben, dass etwa die Hälfte der Männer nach einer Refertilisierung ein Kind zeugen können, wenn der Eingriff innerhalb von 3 Jahren nach der Vasektomie stattgefunden hat. Erfolgt die Refertilisierung 10 Jahre oder mehr nach der Sterilisierung, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf unter 30 Prozent. Schätzungen zufolge wünschen sich etwa 5 bis 10 Prozent der Männer nach einer Vasektomie doch noch einmal Kinder.

Für wen kommt eine Vasektomie infrage?

Die Frage, für wen die Vasektomie infrage kommt, lässt sich nur individuell beantworten. Da die Sterilisation beim Mann in der Regel endgültig ist, geht dem Eingriff zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt voraus. Bei Männern, die unter 30 Jahre alt sind und noch keine Kinder haben, rät der Arzt in der Regel von der Vasektomie ab, da sich der Kinderwunsch im Lauf des Lebens noch stark verändern kann.

Sicherheit

Die Sterilisation beim Mann weist eine relativ hohe Sicherheit in der Empfängnisverhütung auf. Der Pearl-Index der Vasektomie beträgt 0,1. Das bedeutet, dass nur 1 von 1.000 Frauen schwanger wird, wenn eine Sterilisation beim Mann durchgeführt wurde. Die Vasektomie ist als Verhütungsmethode daher als sehr sicher einzustufen.

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