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RöntgenuntersuchungAnwendungsgebieteStand: 26. Februar 2010Autor: Onmeda-Redaktion Im Prinzip lassen sich die Regionen, die einer Röntgenaufnahme- oder durchleuchtung zugänglich sind, in die folgenden großen Bereiche unterteilen:
Der häufigste Anlass für das Röntgen des Kopfs sind Kopfverletzungen zum Ausschluss von Knochenbrüchen. Röntgenaufnahmen des Kopfs helfen zum Beispiel bei der Beurteilung von:
Mit Hilfe eines Röntgenbilds kann der Arzt im Brustraum das Herz, das Lungen- und Bronchialsystem, die Rippen, das Rippenfell (Pleura), Blutgefäße, die Lungenwurzel (Hilus) und das Mediastinum (mittlerer Bereich des Brustkorbs) beurteilen. Allein aufgrund der Herzform, Herzlage und -größe lassen sich wichtige Diagnosen stellen. So können beispielsweise angeborene Herzerkrankungen erkannt werden, auch Herzbeutelergüsse (Perikarderguss) und entzündliche Prozesse. Viele Erkrankungen lassen sich nur auf indirekte Anzeichen zurückführen, zum Beispiel bestimmte Herzfehler über eine Lungenarterienstauung. Überhaupt gibt ein Röntgenbild gute Hinweise auf Lungenerkrankungen (zum Beispiel Tuberkulose, Tumoren, Lungenemphysem). Zu den wichtigen Gefäßen im Brustkorb gehören die Hauptschlagader (Aorta), die Lungenarterien (Pulmonararterien) und die große, obere Hohlvene (Vena cava superior). In den Röntgenaufnahmen werden zum Beispiel Fehlbildungen oder Aussackungen der Gefäße (Aneurysmen) ebenso sichtbar wie Veränderungen beziehungsweise Verschlüsse aufgrund von Arteriosklerose ("Arterienverkalkung"). Das Mediastinum ist der Zwischenraum zwischen den beiden Lungen. Mittels Röntgen kann der Untersucher hier bösartige Tumoren wie Lymphome erkennen. Auch eine vergrößerte Schilddrüse kann sichtbar sein. Was die Rippen betrifft, so sind Brüche, Veränderungen durch Osteoporose oder Morbus Bechterew und vieles mehr einseh- beziehungsweise beurteilbar. In der Bauchregion (Abdomen) werden meist erst Aufnahmen ohne und anschließend, falls nötig und nicht durch andere Untersuchungen besser auffindbar, mit Kontrastmittel (Bariumsulfat) gemacht. Besteht das Risiko, dass Kontrastmittel bei der Röntgenuntersuchung in den Bauchraum tritt, erhält der Patient statt Bariumsulfat ein jodhaltiges Kontrastmittel. Mittels Röntgenstrahlen sind zum Beispiel entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Magen-Darm-Tumoren, Polypen oder Fehlbildungen sichtbar – auch Aussackungen der Darmwand, sogenannte Divertikel. Mit Kontrastmittel lässt sich die Darmpassage besser beurteilen: sozusagen der Trinkvorgang des Kontrastmittels. In der Urologie helfen Röntgenaufnahmen bei der Darstellung der Nieren und der harnableitenden Wege. Große Nierensteine sind durch die Röntgenstrahlung zu erkennen, ebenso Nierenfehlbildungen (wie Doppelnieren, Hufeisenniere) oder Tumoren. Mit Gefäßsystem sind die Arterien, Venen und Lymphbahnen des Körpers gemeint. Eine Kontrastmittel-Röntgendarstellung der Arterien oder Venen heißt Angiographie. Diese Methode macht zum Beispiel arterielle Gefäßverschlüsse oder -engstellen sichtbar, die sich wegen einer Arteriosklerose gebildet haben. Die Venen bilden den Teil des Blutkreislaufs, der das Blut zum Herzen führt. Ihr Aufbau unterscheidet sich von denen der Arterien. Wegen des geringeren Blutdrucks in Richtung Herz besitzen sie Venenklappen, die einen Rückfluss des Bluts verhindern sollen. Auch hier werden mittels Röntgenaufnahmen Gefäßverschlüsse (Thromben) sichtbar, ebenso Veränderungen an den Venenklappen (wie sie bei Krampfadern vorkommen). Erkrankungen des Bewegungsapparats, insbesondere der Knochen beziehungsweise der Gelenke, lassen sich mit Röntgenaufnahmen gut feststellen; ob es der Knochenbruch, die Osteoporose, rheumatische Veränderungen oder Erbkrankheiten wie die Chondrodysplasie sind. Bei der Mammographie wird die weibliche, sehr selten die männliche Brust, mittels spezieller Geräte und Hochspannungen ab 25kV (Kilovolt) untersucht. Abgesehen von organbezogenen Untersuchungen können Röntgenstrahlen auch zur Abklärung von Fremdkörpern dienen. Durch die heute verfügbaren bildgebenden Verfahren (insbesondere CT, MRT) hat die Röntgenuntersuchung seit ihrer Erfindung allerdings an Bedeutung eingebüßt. FremdkörperFremdkörper können auf verschiedene Weise in das Körperinnere gelangen, unter anderem durch:
Es gibt positiv und negativ schattengebende Fremdkörper. Unter positiv schattengebenden Gegenständen versteht man Substanzen, die Röntgenstrahlung stärker schwächen als ihre Umgebung; negativ schattengebende schwächen sie entsprechend geringer. Zu den positiv schattengebenden Fremdkörpern gehören:
Diese Fremdkörper sind in der Regel auf einem Nativbild erkennbar, was bei den negativ schattengebenden meist nicht der Fall ist. Zu den negativ schattengebenden Gegenständen zählen:
Negativ schattengebende Gegenstände lassen sich im Magen-Darm- und im Harntrakt mit Kontrastmitteln darstellen; an anderer Stelle sind sie meist aufgrund sekundärer Merkmale wie Schwellungen (Ödeme), Entzündungen oder Blutungen zu erkennen. Lesen Sie in diesem Beitrag zum ThemaRöntgenuntersuchungDas könnte Sie auch interessieren
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