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Stand: 25. Juni 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Der Begriff Physikalische Therapie fasst verschiedene Behandlungsformen der Physiotherapie zusammen. Ein wichtiger Vertreter aus dieser Gruppe ist die Massage.
Zur Massage (Massagetherapie) zählen die Verfahren der klassischen Massage, die Reflexzonenmassage und die Lymphdrainage.
Bei der klassischen Massage verbessern spezielle Techniken wie zum Beispiel Kneten, Streichen, Klopfen oder Vibrieren die Durchblutung der Muskeln. Schmerzen und Muskelverspannungen lassen sich dadurch mindern.
Bei der Reflexzonenmassage massiert der Physiotherapeut gezielt bestimmte Reflexzonen (sog. Hautnervenbezirke). Durch diese Körperregionen laufen Nervenstränge, die mit inneren Organen verknüpft sind. Durch die Massage der Reflexzonen kann er den Spannungszustand der inneren Organe verändern und Schmerzen, die von den Organen ausgehen, lindern. Diese Art der Reflexzonenmassage ist nicht zu verwechseln mit der Fußreflexzonenmassage. Es liegen keine wissenschaftlichen Beweise dafür vor, dass bestimmte Hautbereiche der Füße mit anderen Organen verbunden sind.
Die Lymphdrainage ist eine spezielle Form der Massage. Sie dient dazu, den Abtransport von Lymphflüssigkeit zu unterstützen. Ärzte verordnen die Lymphdrainage beispielsweise nach einer Operation am Knie: Die Massage "entstaut" die Lymphgefäße und unterstützt den Rückgang der Schwellung am Bein. Gleichzeitig wirkt sie schmerzlindernd.
Die Elektrotherapie nutzt elektrischen Strom, um Heilungsvorgänge im Körper zu aktivieren. Man setzt dabei verschiedene Stromformen ein (z.B. niederfrequente Reizströme oder mittelfrequente Wechselströme). Die Elektrotherapie wenden Physiotherapeuten etwa bei akuten oder chronischen Schmerzen an. Außerdem können Stromimpulse das Zusammenziehen der Muskeln provozieren. Dadurch lassen sich geschwächte Muskeln – zum Beispiel bei Lähmungen – wieder aufbauen. Darüber hinaus kann die Elektrotherapie bei Harninkontinenz und bei Ohrgeräuschen (Tinnitus) einen Beitrag zum Therapieerfolg leisten.
Bei der Hydrotherapie setzt der Physiotherapeut warmes und kaltes Wasser als Heilmittel ein. Oft verbindet er die Hydrotherapie mit anderen physiotherapeutischen Maßnahmen, beispielsweise mit der Elektrotherapie. Eine bekannte Form der Hydrotherapie ist das sogenannte Kneipp-Bad, bei dem man durch kaltes Wasser tritt. Außerdem wenden Physiotherapeuten Wickel, Güsse und Bäder an. Die Hydrotherapie kann Schmerzen lindern, entspannen und das Kreislaufsystem aktivieren.
Bei der Thermotherapie kommen zwei verschiedene Formen zum Einsatz: Die Wärmetherapie und die Kältetherapie.
Wärmetherapie: Die Wärmetherapie hilft bei Schmerzen und Durchblutungsstörungen. Außerdem aktiviert sie den Stoffwechsel und entspannt die Muskeln. Letzeres wirkt besonders Muskelverspannungen und Muskelschmerzen entgegen. Bei der Wärmetherapie nutzen Physiotherapeuten unterschiedliche Techniken: So kann ein Ultraschallgerät gezielt Muskeln, Knochen und Gelenke erwärmen und Verklebungen lösen. Außerdem benutzt man Warmpackungen aus Fango, Schlick oder Moor. Auch Heißluft und Bäderanwendungen kommen zum Einsatz.
Kältetherapie: Eiskompressen, Kaltgas, Kaltluft und Eismassage sind Mittel der Kältetherapie. Kälte setzt die Aktivität von Nerven herab: Dadurch lassen sich Schmerzen hemmen. Nicht ohne Grund empfehlen Mediziner bei der ersten Hilfe von Sportverletzungen, wie zum Beispiel einem Bänderriss, das betroffene Gelenk zu kühlen. Die Kühlung wirkt schmerzlindernd und verhindert eine Schwellung. Darüber hinaus versucht man mithilfe der Kältetherapie krankhaft erhöhte Muskelspannungen (sog. Spastizität) und Lähmungen positiv zu beeinflussen.
Bei Atemwegserkrankungen wie Asthma, Mukoviszidose oder Lungenentzündungen ist die Inhalationstherapie ein Mittel der Wahl. Bei der Inhalationstherapie zerstäubt ein spezielles Gerät (z.B. Ultraschallvernebler) zunächst bestimmte Medikamente und andere Lösungen (z.B. aus Kochsalz und Kamille). Anschließend atmet der Betroffene den "Nebel" tief in die Atemwege und Lungen ein. Dort können die Wirkstoffe dann ihre Wirkung entfalten.
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