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Stand: 25. Juni 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Die manuelle Therapie dient dazu, Funktionsstörungen des Bewegungsapparates zu erkennen und zu beheben. Der Physiotherapeut behandelt den Betroffenen mithilfe spezieller Handgriff- und Mobilisationstechniken. Beispielsweise bewegt er zur Schmerzlinderung Gelenke und Glieder ganz vorsichtig, um die Beweglichkeit zu verbessern und die Muskeln zu entspannen. Oder er entlastet eingedrückte Nerven durch leichten Zug an bestimmten Körperteilen. Darüber hinaus kann die manuelle Therapie nach Sportverletzungen wie zum Beispiel einem Kreuzbandriss helfen: Kräftigungs- und Koordinationsübungen stabilisieren das betroffene Gelenk und machen es belastbarer.
Diese Therapieform entwickelte die Physiotherapeutin Bertha Bobath gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Neurologen Karel Bobath, Anfang der 1940er Jahre. Bei der Therapie nach Bobath vermittelt der Physiotherapeut natürliche körperliche Bewegungsabläufe. Dadurch versucht er, gestörte Bewegungsabläufe zu behandeln. Bei der Arbeit mit Kindern gilt als wichtiger Baustein die Elternarbeit: Der Physiotherapeut leitet die Eltern dazu an, auch im Alltag dafür zu sorgen, dass die natürlichen Bewegungsabläufe gefördert werden. Beispielsweise lernen die Eltern, das Kind richtig zu halten oder hinzulegen. Bei Erwachsenen verordnen Ärzte die Therapie nach Bobath etwa bei neurologischen Krankheiten: insbesondere bei Morbus Parkinson, multipler Sklerose sowie nach Schlaganfall und Schädelhirntrauma.
Dieses Verfahren entwickelte der Neurologe Václav Vojta. Bei der Therapie nach Vojta stimuliert der Physiotherapeut bestimmte Reizpunkte am Körper. Durch Druck auf diese Reizpunkte löst er angeborene Bewegungsmuster aus, wie zum Beispiel das Reflexkriechen oder das Reflexdrehen. Dieses Vorgehen hilft Betroffenen mit einer Hirnschädigung: Sie können verloren gegangene Bewegungsmuster wieder lernen. Das Verfahren nach Vojta setzen Physiotherapeuten sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen ein.
PNF steht für: Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation. Übersetzt heißt das: PNF dient dazu, die Wahrnehmung von Bewegungen und Körperhaltungen (= Propriozeption) zu verbessern und das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Nerven (= neuromuskulär) zu optimieren. Das Ziel: Vor allem alltägliche Bewegungen wie etwa Treppensteigen, Gehen oder Stehen sollen dem Übenden durch die verbesserte Zusammenarbeit von Muskeln und Nerven leichter fallen (sog. Fazilitation). Darüber hinaus hilft die PNF bei Schluck- oder Atembeschwerden, die beispielsweise aufgrund eines Schlaganfalls oder bei Morbus Parkinson auftreten.
Die Atemtherapie kann bei Erkrankungen der Atemwege zum Einsatz kommen, die von starkem Husten, Auswurf und Atemnot begleitet werden. Zu solchen Erkrankungen zählen die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und die Mukoviszidose. Aber auch Asthma bronchiale kann durch solche Symptome geprägt sein. Die Beschwerden erschweren die Atemmechanik und dadurch die Atmung der Betroffenen. Hier setzt die Atemtherapie an: Sie bietet Hilfe beim Husten und löst Sekret, das sich in den Luftwegen und der Lunge angesammelt hat. Darüber hinaus erleichtern atemtherapeutische Techniken ganz grundsätzlich das Atmen. Eine bessere Atmung versorgt den Körper mit mehr Sauerstoff. Dadurch verfügen die Erkrankten in Beruf und Alltag über mehr Energie. Benötigt der Betroffene ein Atemgerät, kann er mithilfe der Atemtherapie die richtige Anwendung lernen.
Bei der Krankengymnastik am Gerät (KGG) berücksichtigt der Physiotherapeut medizinische Gesichtspunkte und verbindet sie mit Wissen aus der Trainingslehre. Die Krankengymnastik am Gerät ist zum Beispiel nach einem Kreuzbandriss ein Mittel der Wahl. Der Betroffene kann mithilfe dieser Methode die Funktionen der Muskeln, Bänder und Sehnen verbessern, die das Kniegelenk stabilisieren. Neben Sportverletzungen hilft das physiotherapeutische Gerätetraining auch bei chronischen Beschwerden wie dauerhaften Rücken- und Muskelschmerzen.
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