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Stand: 25. Juni 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Das Einsatzgebiet der Physiotherapie (Krankengymnastik) in der Medizin ist sehr groß. Von der Orthopädie über die Neurologie bis hin zur Psychiatrie: Fast jede medizinische Fachrichtung setzt die Physiotherapie als ergänzendes Verfahren ein, um akute oder chronische Krankheiten zu behandeln.
Am häufigsten behandeln Physiotherapeuten Krankheiten aus dem Fachbereich der Orthopädie – Rückenschmerzen belegen dabei den ersten Rang. Außerdem tragen physiotherapeutische Maßnahmen bei folgenden orthopädischen Krankheitsbildern maßgeblich zum Behandlungserfolg bei:
Auch in der Neurologie ist die Physiotherapie ein wichtiger Behandlungsbaustein. So dienen bei Parkinson und multipler Sklerose Verfahren wie die Bobath-Methode und die Therapie nach Vojta unter anderem dazu, Alltagsfertigkeiten wie etwa Gehen, Stehen und Greifen dauerhaft zu erhalten. Bei einem Schädelhirntrauma oder einem Schlaganfall helfen krankengymnastische Übungen, verlorengegangene motorische Fähigkeiten (teilweise) wieder herzustellen.
Zudem spielt die Physiotherapie in der Kinderheilkunde (Pädiatrie) eine bedeutende Rolle. Sie hilft Kindern mit Entwicklungsstörungen, die beispielsweise bei einer autistischen Erkrankung oder bei geistigen Fehlentwicklungen auftreten können. Diese Kinder sind häufig von motorischen Störungen betroffen. So fällt einigen Kindern etwa das Balancieren schwer. Manche haben auch Schwierigkeiten damit, die Bewegungen von Armen und Beinen zu steuern. Ihnen helfen physiotherapeutische Maßnahmen, ihre Körperbewegungen besser zu koordinieren und die Wahrnehmung für den eigenen Körper zu verbessern.
In der inneren Medizin unterstützt die Physiotherapie die Behandlung bestimmter Atemwegserkrankungen. Hierzu existiert ein eigenes Verfahren: die sogenannte Atemtherapie. Mithilfe der Atemtherapie lernen zum Beispiel Asthma-Betroffene bestimmte Atemtechniken, die ihnen bei Zuständen der Atemnot helfen können.
Neben Atemwegserkrankungen verordnen Ärzte physiotherapeutische Maßnahmen zudem bei folgenden Krankheitsbildern:
Darüber hinaus leistet die Physiotherapie auch in der Psychiatrie einen Beitrag zum Behandlungserfolg. Sie nutzt dabei die enge Verzahnung von Körper und Psyche. So fällt es zum Beispiel vielen psychisch kranken Menschen oftmals schwer, sich zu motivieren, aktiv zu werden. Das verschlechtert meist ihre Stimmung. Hier kann die Physiotherapie entgegenwirken, indem sie den Betroffenen mit gezielten Maßnahmen dazu motiviert, sich mehr zu bewegen und den Alltag aktiver zu gestalten. Auch bei Menschen, die von einer Schizophrenie betroffen sind, unterstützt die Physiotherapie in einigen Fällen die Behandlung. So zum Beispiel, wenn in der akuten Phase eine Bewegungsstarre eintritt (sog. katatoner Stupor): Den Erkrankten gelingt es dann nicht mehr, sich zu bewegen, obwohl sie bei vollem Bewusstsein sind. Der Physiotherapeut kann mit bestimmten Methoden helfen, die Bewegungsstarre teilweise zu lösen.
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