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Organtransplantation

Transplantierbare Organe & Gewebe

Stand: 28. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Ärzte können heute viele Organe verpflanzen, zum Beispiel Niere, Herz, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Aber auch Gewebe oder Zellen lassen sich erfolgreich übertragen: Augenhornhaut (Kornea), Knochenmarkszellen (Knochenmarktransplantation) oder Pankreaszellen (bei Diabetikern).

Herztransplantation

Eine Herztransplantation ist bei vielen schweren Herzerkrankungen die letzte Rettung. Die Transplantation von Spender-Herzen erfolgt beispielsweise bei fortschreitender Herzinmuskelschwäche, koronarer Herzkrankheit oder Herzfehler bei Kindern und Neugeborenen, die die Ärzte operativ nicht beheben können.

Lebertransplantation

Fällt die Funktion der Leber aus (z.B. durch Vergiftungen oder Entzündungen wie Hepatitis), müssen Ärzte dringend eine neue Leber transplantieren, um das Leben des Patienten zu retten. Eine Leberersatztherapie ist im Gegensatz zur längerfristigen, ambulanten Nierenersatztherapie (Dialyse) nur vorübergehend und unter intensivmedizinischen Bedingungen möglich. In bestimmten Fällen reicht es aus, nur einen Teil der Spenderleber zu verpflanzen. Eine solche Teilung der Spenderleber kann mehreren Patienten helfen. Die Mediziner transplantieren die größere Leberhälfte beispielsweise einem Erwachsenen, während ein Kind die kleinere Hälfte bekommt. Eltern können als Lebendspender auch ihrem Kind einen Teil ihrer Leber spenden.

Lungentransplantation

Eine Lungentransplantation ist im Endstadium vieler Lungenerkrankungen nötig, zum Beispiel bei der Mukoviszidose, der grobblasigen Lungenüberblähung (Lungenemphysem), der Verhärtung der Lunge durch Bindegewebe (Lungenfibrose) oder bei länger bestehendem Bluthochdruck im Lungenkreislauf, etwa bei angeborenen Herzfehlern.

Nierentransplantation

Ein vollständiges und nicht mehr heilbares Nierenversagen kann beispielsweise durch eine chronische Nierenentzündung, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Infektionen oder Tablettenmissbrauch entstehen. Wenn Medikamente und eine strenge Diät den Zustand nicht mehr beheben können, ist ein Weiterleben nur noch mithilfe einer Dialysebehandlung oder einer Nierentransplantation möglich.

Bauchspeicheldrüsen-Transplantation

Ärzte verpflanzen die Bauchspeicheldrüse – sie produziert das Hormon Insulin – meist zusammen mit einer Niere, zum Beispiel bei Diabetikern mit Nierenversagen. Die Transplantation der Bauchspeicheldrüse kann das Insulinspritzen erübrigen und Spätschäden eines Diabetes mellitus aufhalten.

Dünndarmtransplantation

Seit 2001 verpflanzen Ärzte auch Dünndarmabschnitte, zum Beispiel bei Patienten, die zuvor lebenslang auf eine Ernährung durch Dauerinfusion angewiesen waren. Die Zufuhr von Nährstoffen direkt über das Blut ist unter anderem dann notwendig, wenn Ärzte einen großen Abschnitt des Dünndarms entfernen mussten, zum Beispiel bei Darmkrebs, oder wenn aufgrund einer Strahlentherapie die Darmwand entzündet ist.

Hornhauttransplantation

Die Hornhaut (Kornea) schließt das Auge nach vorne ab. Verliert sie ihre Transparenz, erblindet der Betroffene. Die häufigsten Gründe für eine Eintrübung der Hornhaut sind Infektionen mit dem Herpesvirus, extreme Hornhautverdünnungen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen. Die Transplantation der Hornhaut kann das Augenlicht zurückgeben oder eine Erblindung verhindern.

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