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Organtransplantation

Geschichte der Organspende

Stand: 28. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Mit einer Schilddrüsentransplantation begann im Jahr 1883 der Versuch, innere Krankheiten durch den Ersatz geschädigter Organe zu behandeln. Darauf folgten Anfang des 20. Jahrhunderts Experimente mit der Transplantation von Nieren. Versuche, Schweine- und Ziegennieren auf den Menschen zu verpflanzen, stellten sich als Sackgasse heraus, da die Organe nach kurzer Zeit abstarben. Als einer der ersten bemerkte der Chirurg Alexis Carrel, dass eine Organverpflanzung innerhalb eines Menschens funktionierte (Autotransplantation), zum Beispiel bei Hauttransplantationen – die Übertragung eines Organs von einem Menschen auf einen anderen aber fehlschlug (Allotransplantation). Dies galt erst recht für die Transplantation zwischen Mensch und Tier (heterologe oder xenogene Transplantation).

Aufgrund dieser Tatsache gaben viele Forscher in den 1920er Jahren die Organtransplantation auf. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gab es vor allem in den USA neue Bemühungen auf diesem Gebiet. Dort verpflanzten Mediziner Anfang der 1950er Jahre eine Reihe menschlicher Nieren. Doch auch diese Organe starben ab: Das Abwehrsystem (Immunsystem) des Organempfängers zerstörte die fremde Niere. Im Jahr 1954 transplantierten Ärzte in Boston erfolgreich eine Niere bei Zwillingen von einem Bruder zum anderen. Damit war eine größtmögliche Ähnlichkeit des Gewebes gegeben.

Da die Mediziner nicht nur bei Zwillingen transplantieren wollten, mussten Mittel gefunden werden, um die Abstoßungsreaktion des Immunsystems zu unterdrücken, die sogenannte Immunsuppression. Zunächst versuchten die Ärzte es mit Bestrahlung: Dazu behandelten sie die Patienten vor der Transplantation mit radioaktiven Strahlen, was aber auch den restlichen Körper schädigte. Weitere Fortschritte brachte in den 1960er Jahren die Entwicklung chemischer Mittel zur Unterdrückung der Immunabwehr. Den Durchbruch auf diesem Gebiet erreichte schließlich das immunsuppressive Medikament Ciclosporin, das wesentlich gezielter als die vorherigen Mittel die Abstoßung des transplantierten Organs unterdrückte und dadurch auch weniger Nebenwirkungen verursachte.

Eine andere wichtige Strategie der Organtransplantation bestand darin, Spender und Empfänger mit möglichst ähnlichen Gewebeeigenschaften zu finden, um die Abstoßungsreaktion des Immunsystems zu verringern. Zur Vermittlung passender Organspender und Empfänger wurden Organisationen gegründet, zu deren Einzugsbereich heute Deutschland, Österreich und die Benelux-Länder gehören.

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