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Olfaktometrie (Riechtest)

Der Geruchssinn des Menschen

Stand: 23. November 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Im Vergleich zu manchen Tieren hat der Mensch einen recht schwach ausgeprägten olfaktorischen beziehungsweise Geruchssinn. Dennoch zeigt die Olfaktometrie (Riechtest), dass der Geruchssinn des Menschen immerhin Tausende verschiedener Gerüche unterscheiden kann. Die menschliche Nase besitzt etwa 10 Millionen Riechzellen, die sich etwa alle ein bis zwei Monate erneuern (da sich Riechzellen im Gegensatz zu anderen Sinneszellen regenerieren können, bessert sich beispielsweise ein durch Rauchen gestörter Geruchssinn wieder, sobald der Tabakkonsum unterbleibt). Wenn Geruchsstoffe die Riechzellen aktivieren, leiten sie die Informationen über den Riechkolben (Nervus olfactorius) an das Riechhirn (olfaktorischer Kortex) weiter. Das Riechhirn verarbeitet die ankommenden Informationen und leitet sie an verschiedene andere Bereiche des Gehirns weiter, von denen einige jedoch nicht für die eigentliche Geruchswahrnehmung zuständig sind, sondern für emotionale und autonome Begleitreaktionen bei einer Geruchswahrnehmung – und zwar:

  • der Hypothalamus, der über Hormone die vegetativen Funktionen des Körpers steuert (weshalb es bei Geruchswahrnehmungen zu autonomen Begleitreaktionen kommen kann), und
  • die sogenannten Mandelkerne, die zum limbischen System gehören, das der Verarbeitung von Gefühlen und der Entstehung von Triebverhalten dient (weshalb Geruchswahrnehmungen auch heftige Gefühle auslösen können)

Die Olfaktometrie zeigt, dass die menschliche Riechschwelle sehr niedrig ist: Der Mensch kann schon geringste Spuren eines Dufts wahrnehmen; um den Geruch auch identifizieren zu können, sind allerdings etwas höhere Duftstoffmengen nötig. Außerdem passt sich der Geruchssinn des Menschen schnell an: Sind wir ständig von einem Geruch umgeben, nehmen wir ihn kaum noch wahr. In der Regel ist die Geruchswahrnehmung dann auf bis zu ein Viertel der sonstigen Riechleistung herabgesetzt.

Am Geruchssinn des Menschen sind jedoch nicht nur die Riechzellen der Nase beteiligt, sondern auch der fünfte Hirnnerv (Trigeminusnerv bzw. Nervus trigeminus): Manche Stoffe (sog. Trigeminusreizstoffe, z.B. Ammoniak) aktivieren nicht die Riechzellen, sondern reizen freie Nervenendigungen des Trigeminusnervs. Diese Gerüche kann der Mensch also auch dann noch wahrnehmen, wenn die Riechzellen zerstört sind. Daneben ist der Geruchssinn eng mit dem Geschmackssinn gekoppelt, sodass manche scheinbaren Geschmackseindrücke tatsächlich auf den Geruchssinn zurückzuführen sind: So reizt beispielsweise auch der Aromastoff Capsaicin aus der Paprika den Trigeminusnerv und löst eine scharfe Geschmacksempfindung aus. Entsprechend kommen bei der Olfaktometrie unterschiedliche Riechstoffe zum Einsatz, um die Wahrnehmung zu messen:

  • reine Riechstoffe, die ausschließlich den Riechnerv reizen (z.B. Kaffee, Vanille, Wachs, Zimt, Lavendel, Terpentin, Birkenteer, Pfefferminzöl)
  • Riechstoffe mit Trigeminusreizkomponente (z.B. Essigsäure, Ammoniak)
  • Riechstoffe mit zusätzlicher Geschmackskomponente (z.B. Chloroform, Pyridin)

Ist der Geruchssinn des Menschen verloren gegangen, nehmen die Betroffenen reine Riechstoffe überhaupt nicht mehr wahr. Die bei der Olfaktometrie eingesetzten Riechstoffe aus den beiden anderen Gruppen können die Betroffenen aber zumindest spüren beziehungsweise schmecken.

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Olfaktometrie (Riechtest)

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