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Nierentransplantation

Durchführung

Stand: 31. Januar 2012Autor: Onmeda-Redaktion

Ist bei einem Menschen eine Nierentransplantation notwendig und sinnvoll, dauert es bis zur Durchführung oft noch eine gewisse Zeit. Bevor eine Operation möglich ist, steht der Patient vorerst auf einer Warteliste, denn es stehen weniger Organe zur Verfügung als benötigt werden. Die Stiftung Eurotransplant in Leiden (Niederlande) steuert zentral die Vermittlung von passenden Organen für mehrere Staaten (Deutschland, Österreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg und Slowenien). Im Vorfeld des eigentlichen Eingriffs ist es wichtig, dass Spenderorgan und Empfänger zum Beispiel bezüglich ihrer Blutgruppen und bestimmter Gewebe-Eigenschaften zueinanderpassen.

Man unterscheidet bei der Nierentransplantation die Lebendspende von der Organspende von Verstorbenen, die sich zu Lebzeiten mit einem Organspendeausweis zur Spende bereit erklärt haben.

Ist ein geeigneter Spender gefunden, entnimmt ein Operationsteam die gesunde Niere mitsamt ihrer Blutgefäße und des Harnleiters. Im Falle von verstorbenen Organspendern entnehmen die Ärzte dabei meist auch andere Organe wie Herz, Leber, Lunge oder Bauchspeicheldrüse, um sie für weitere erkrankte Menschen als Ersatzorgan bereitzustellen. Die entnommene Niere muss dem Empfänger nun schnell eingepflanzt werden. Damit die Niere die Zwischenzeit ohne Schaden übersteht, konservieren die betreuenden Mediziner das Organ mithilfe der sogenannten Schwerkraftperfusion. Das Verfahren spült restliches Blut aus den einzelnen Nierengefäßen und kühlt das Gewebe deutlich herunter. 24 Stunden kann die Niere nun außerhalb des Körpers verbleiben und zum Beispiel auch einen längeren Transportweg überstehen.

Die Nierentransplantation ist eine sogenannte heterotope Transplantation. Das heißt: Die "neue" Niere liegt später nicht dort, wo sich die Nieren normalerweise befinden – die Operateure entfernen nämlich die "alten", funktionslosen Nieren meist nicht. Stattdessen setzen sie das gesunde Spenderorgan an einer anderen Stelle (heterotop) ein: In der Regel liegt die neue Niere dann in der Beckenregion, und die Ärzte schließen die Nierengefäße an die dort verlaufende Beckenarterie an. Der Harnleiter wird an die Blase angenäht, sodass die Niere – sobald sie ihre Funktion nach der Operation aufgenommen hat – den Urin aus dem Körper leiten kann.

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