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Forenexperte: Dr. Frank Völkert
Forum Narkose & örtliche Betäubung
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Stand: 11. Juni 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Durch die Kombination moderner Medikamente und hochwertiger Überwachungsgeräte sind Narkosen heute sicher und schonend, sodass Nebenwirkungen und Komplikationen selten auftreten.
Eine relativ häufige Nebenwirkung einer Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) ist Übelkeit (Nausea) mit oder ohne Erbrechen. In der Fachsprache wird dies in Anlehnung an die englische Bezeichnung post operative nausea and vomiting (vomiting bedeutet Erbrechen) als PONV bezeichnet. Sie tritt bei etwa jeder vierten Vollnarkose auf.
Vor allem folgende Personen haben ein erhöhtes Risiko für diese Nebenwirkung:
Außerdem spielen Art und Dauer der Narkose sowie die verwendeten Narkosemittel eine Rolle.
Bestimmte Medikamente tragen dazu bei, dass Übelkeit und Erbrechen nach einer Operation seltener auftreten. Die Medikamente hemmen die Region des Gehirns, die die Übelkeit auslöst. Gängige Wirkstoffe sind Gegenspieler des Histamins (Histaminantagonisten, Antihistaminika), der Wirkstoff Dexamethason und der Wirkstoff Ondansetron.
Eine weitere Nebenwirkung einer Vollnarkose sind vorübergehendes starkes Muskelzittern und Kälteempfinden nach der Operation.
Selten kommt es zu sogenannten Fehlintubationen, bei denen der Beatmungsschlauch (Tubus) statt in die Luftröhre in die Speiseröhre oder über die Luftröhre zu tief in einen der großen Äste der Luftröhre (Hauptbronchien) eingeführt wird.
In äußerst seltenen Fällen kann es durch die Intubation zu Schäden an Zähnen, Zahnfleisch, Lippen oder Kehlkopf und Stimmbändern kommen. Husten, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden in den ersten Tagen nach einer Intubationsnarkose dagegen sind relativ häufig und meist unbedenklich.
Eine seltene, aber mitunter weitreichende Komplikation einer Vollnarkose ist die sogenannte Aspiration. Dabei gelangt Mageninhalt über die Speiseröhre in Luftröhre und Lunge. In der Folge kann sich eine Lungenentzündung (Pneumonie) entwickeln. Um eine Aspiration zu vermeiden, sollte vor einer Vollnarkose für mindestens sechs Stunden nichts gegessen sowie für etwa vier Stunden nichts getrunken werden. Eine Ausnahme stellt stilles Wasser dar, das schluckweise bis circa eine Stunde vor der Operation getrunken werden darf, vor allem, wenn man eine Beruhigungstablette erhält (sog. Prämedikation). Dies sollte man mit dem Narkosearzt besprechen.
Komplikationen und Nebenwirkungen treten bei einer Regionalanästhesie nur äußerst selten auf.
Die häufigste Nebenwirkung ist Blutdruckabfall (bei Spinalanästhesie und Periduralanästhesie). Vereinzelt kann es zu Blutungen, Blutergüssen oder Infektionen an der Einstichstelle kommen. Ebenso sind Nervenverletzungen möglich.
Darüber hinaus lösen in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente (Lokalanästhetika) kommen: Schwindel, Unruhe und sehr selten zu einem Krampfanfall. Beruhigungsmittel, die der Patient im Rahmen der sogenannten Prämedikation erhält, können das Risiko für diese Nebenwirkungen senken. Als Nebenwirkungen am Herz sind Herzrhythmusstörungen möglich.
Allergische Reaktionen sind bei den heute verwendeten örtlichen Betäubungsmitteln sehr selten. In Einzelfällen können sie jedoch zu einem anaphylaktischen Schock führen. Hierbei handelt es sich um einen medizinischen Notfall, auf den der Arzt umgehend reagieren muss. Er stoppt die Zufuhr des Betäubungsmittels und leitet Maßnahmen ein, um den Kreislauf des Patienten aufrechtzuerhalten.
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