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Narkose & örtliche Betäubung

Porträt Dr. Frank Völkert Forenexperte: Dr. Frank Völkert Forum Narkose & örtliche Betäubung
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Narkose

Historisches

Stand: 11. Juni 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Die erste erfolgreiche Narkose wurde am 16. Oktober 1846 von dem Zahnarzt William Thomas Green Morton in Boston, USA, demonstriert. Er verwendete Schwefeläther, der aus einem Glaskolben heraus vom Patienten inhaliert wurde. Schon einige Zeit zuvor hatte sich ein anderer Zahnarzt, Horace Wells, bemüht, mit Lachgas (auch Stickoxidul genannt) die Patienten in einen Zustand der Bewusst- und Schmerzlosigkeit zu versetzen, was ihm aber zu diesem Zeitpunkt nur unbefriedigend gelang.

Schon wenig später wurde die Äthernarkose in Amerika und Europa bei den verschiedensten chirurgischen Eingriffen verwendet. Doch bald danach gab es ernste Konkurrenz für die Äthernarkose: Der Edinburgher Arzt Sir James Young Simpson wendete Chloroform an, um Geburtsschmerzen bei Frauen zu verringern. Als sich auch Queen Victoria 1853 unter Chloroform von ihrem Kind entbinden ließ, begann der Siegeszug dieser Narkoseform. Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass das Risiko eines Todesfalls unter Chloroform höher war als bei der Äthernarkose. Welche der Narkosen nun letztendlich die bessere sei, blieb lange umstritten.

Da nicht alle chirurgischen Eingriffe völlige Bewusst- und Schmerzlosigkeit erforderten, bemühte man sich, eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) zu entwickeln. Ihren Beginn nahm die Lokalanästhesie 1884 in Wien, wo Sigmund Freud mit der Wirkung der Substanz Kokain experimentierte. Er berichtete dem Augenarzt Carl Koller über die betäubende Wirkung des Kokains auf der Schleimhaut. Koller bestätigte diese Entdeckung bei einer Augenoperation, bei der er dem Patienten zuvor Kokainlösung ins Auge geträufelt hatte.

Auch bei anderen Operationen (wie etwa am Kehlkopf) setzte sich die Lokalanästhesie unter Verwendung von Kokainlösung durch. Diese Entwicklung wurde unter anderem vom deutschen Chirurgen Carl Ludwig Schleich weitergeführt, der 1892 das zu operierende Gebiet mit Kokainlösung unter- und umspritzte und somit die Grundlage der heutigen Infiltrationsanästhesie schuf. Schließlich gelang es dem deutschen Chirurgen August Bier 1898 durch Einspritzen der Kokainlösung in den Rückenmarkskanal, die sogenannte Lumbalanästhesie zu gründen.

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