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Manuelle Lymphdrainage

Stand: 2. April 2012Autor: Onmeda-Redaktion

Die manuelle Lymphdrainage (ML) dient dazu, angestaute Flüssigkeit im Gewebe (Lymphe) zum Abfluss anzuregen und gleichzeitig zu verhindern, dass mehr Flüssigkeit hineinströmt. Dies kann der Masseur durch schonendes Streichen mit den Fingerkuppen auf der Haut im Verlauf der Lymphbahnen erreichen.

Die manuelle Lymphdrainage wird bei verletzungs- oder operationsbedingten Schwellungen oder bei Gelenkerkrankungen angewandt. Durch den Abbau der Schwellung wirkt sie schmerzlindernd und fördert zum Beispiel nach einer Verletzung die Rückkehr der Beweglichkeit. Typische Anwendungsgebiete sind zum Beispiel:

Häufig ist die Lymphdrainage mit einer anschließenden Kompressionsbandage oder Bestrumpfung verbunden. Die Kompression soll verhindern, dass sich erneut eine Flüssigkeitsansammlung im zuvor entstauten Körperteil bildet.

Was ist Lymphe?

Die Lymphe ist eine hellgelbe Flüssigkeit. Sie enthält Lymphplasma und bestimmte weiße Blutkörperchen, die Lymphozyten. Die Lymphe fließt in besonderen Gefäßen, den sogenannten Lymphbahnen, die von Lymphknotenstationen unterbrochen werden. Erreicht die Lymphe eine Lymphknotenstation, reinigen die einzelnen Lymphknoten dieser Station die Lymphe. Dabei entziehen sie ihr beispielsweise Krankheitserreger und Giftstoffe. Das Lymphsystem ist daher neben dem Blutgefäßsystem ein wichtiger Reinigungsmechanismus des Körpers.

Die Wirkung der manuellen Lymphdrainage ist bei zahlreichen Krankheitsbildern wissenschaftlich bewiesen. Bei akuten Infekten, Herzschwäche, Venenthrombose und akuten Ekzemen im zu behandelnden Körperbereich sollte die manuelle Lymphdrainage nicht angewendet werden.

Die manuelle Lymphdrainage entwickelte sich in den 1930er Jahren und geht auf das Ehepaar Vodder aus Dänemark zurück. Sie findet heute in vielen unterschiedlichen medizinischen Bereichen Anwendung.

Risiken und Komplikationen

Einem Mann wird die linke Schulter massiert
Nur selten ist die Massage mit Nebenwirkungen verbunden.

Grundsätzlich sind bei Massagen nur wenig Risiken und Komplikationen zu erwarten. Bei bestimmten Erkrankungen beziehungsweise unter bestimmten Umständen sollte die Massage jedoch nicht zum Einsatz kommen. Hierzu zählen unter anderem:

Bei bestimmten Erkrankungen ist Vorsicht bei der Massage geboten, so unter anderem bei Osteoporose, Schwangeren oder bei Krebserkrankungen. Auch Personen, die Schwierigkeiten mit Körperkontakt haben, sollten unter Umständen auf eine Massage verzichten.

Komplikationen kommen nur selten vor. So kann beispielsweise zu starker Druck zu Nervenreizungen führen. Bei Personen, die unter Knochenschwund (Osteoporose) leiden, kann eine zu starke Massage die Knochen gefährden.

Eine Massage sollte nur von Fachleuten durchgeführt werden.

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