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Stand: 27. April 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Um bei einer Lumbalpunktion (Liquorpunktion) Nervenwasser (Liquor) zu entnehmen, sticht der Arzt mit einer Hohlnadel in den Rücken des Patienten. Er wählt dabei den unteren Bereich der Wirbelsäule (Lendenwirbelsäule) und führt die Nadel zwischen zwei Wirbeln ein. Mediziner bezeichnen die Wirbel in diesem Bereich als Lumbalwirbel (Lendenwirbel) – daher rührt die Bezeichnung Lumbalpunktion.
Der Arzt trifft bei der Liquorpunktion ein sackartiges Reservoir, das Nervenwasser enthält, und kann die Flüssigkeit – ähnlich wie bei einer Blutentnahme – entnehmen. Da das Rückenmark nicht bis in diesen unteren Bereich hinabreicht, besteht bei dieser Methode auch nicht die Gefahr, dass der Arzt mit der Nadel das Rückenmark verletzt.
Während der Lumbalpunktion sitzt oder liegt der Untersuchte in einer kauernden Stellung, sodass sich die einzelnen Wirbel auffächern und der Abstand zwischen den Wirbeln möglichst groß ist.
In den meisten Fällen birgt eine Lumbalpunktion keine besonderen Risiken oder Komplikationen. Sollte bei einem Patienten allerdings eine Erkrankungen oder ein anderer Faktor vorliegen, der eine Punktion unmöglich macht oder das Risiko von Komplikationen steigert, nimmt der Arzt diesen Eingriff meist nicht vor. Allerdings kann eine Lumbalpunktion manchmal unangenehm und durch den Einstich der Nadel etwas schmerzhaft sein. Bei manchen Patienten treten nach einigen Stunden oder am Tag nach der Liquorpunktion Kopfschmerzen auf. In der Regel klingen diese Beschwerden aber von alleine wieder ab.
Die Untersuchungsmethode der Lumbalpunktion eignet sich aber nicht für jeden. Bei Patienten, die an einer Entzündung im Bereich der Lendenwirbelsäule leiden, darf eine Liquorpunktion nicht durchgeführt werden, da der Einstich Keime ins Nervenwasser verschleppen könnte. Auch eine gestörte Blutgerinnung kann ein Grund sein, eine Liquoruntersuchung nicht durchzuführen. Erhöhter Hirndruck, der zum Beispiel auch im Rahmen eines Schlaganfalls auftreten kann, ist ebenfalls ein großes Risiko. So führt der Arzt bei Betroffenen in der Regel keine Lumbalpunktion durch.
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