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Lokalanästhesie (örtliche Betäubung)Stand: 11. Mai 2010Autor: Onmeda-Redaktion AllgemeinesDie Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) ist eine kleinflächige Betäubung, bei der das Schmerzempfinden in einem umschriebenen Gebiet für einen begrenzten Zeitraum gezielt ausgeschaltet wird. Hierfür verwendet der Arzt sogenannte Lokalanästhetika. Lokalanästhetika (Einzahl: Lokalanästhetikum) wirken direkt an den Aufzweigungen der Nervenenden in der Unterhaut und hemmen dort die Weiterleitung der Schmerzimpulse. Ziel der Lokalanästhesie ist es, dass medizinische Eingriffe wie Operationen oder Untersuchungen erfolgen können, ohne dass die behandelte Person Schmerzen empfindet. Bewusstsein und Motorik (Bewegungsfähigkeit) bleiben dabei erhalten. Die Lokalanästhesie stellt eine Untergruppe der Regionalanästhesie dar – dabei gelten folgende zwei Formen als wichtigste Vertreter: die Oberflächenanästhesie und die Infiltrationsanästhesie.
Je nach voraussichtlicher Dauer der Operation verwendet der Arzt für die örtliche Betäubung länger oder kürzer wirksame Lokalanästhetika. Setzt er dem Betäubungsmittel Adrenalin zu, verlängert er dadurch die Wirkdauer. Der Grund: Adrenalin stellt die Gefäße eng und drosselt somit die Durchblutung des Gewebes. Auf diese Weise verzögert es den Abfluss des Lokalanästhetikums, welches entsprechend länger wirkt. Es ist jedoch nicht in allen Regionen des Körpers möglich, so bei einer Lokalanästhesie vorzugehen. An Körperteilen wie Fingern und Zehen (sog. arterielle Endstromgebiete) darf der Arzt kein Adrenalin einsetzen, da es dort durch den gedrosselten Blutfluss zum Untergang von Gewebe kommen kann. Als häufigste Nebenwirkung von Lokalanästhetika können allergische Reaktionen auftreten. Darüber hinaus kann es bei Anwendung größerer Mengen in gut durchbluteten Geweben theoretisch zu einer sogenannten Intoxikation (Vergiftung) kommen. Zu den typischen Symptomen einer solchen Intoxikation gehören Schwindel, Nervosität und Krampfanfälle. Ebenso sind Symptome des Herz-Kreislaufsystems möglich, etwa Herzrhythmusstörungen oder Blutdruckabfall. Allerdings dient die Lokalanästhesie im Sinne der Oberflächen- oder Infiltrationsanästhesie meist nur der Betäubung sehr kleiner Hautbereiche – Mengen, die eine solche Vergiftung auslösen könnten, kommen dabei nicht zum Einsatz. Quellen:Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2010) Roewer, N.; Thiel, H.: Taschenatlas der Anästhesie. Thieme, Stuttgart 2008 Schumpelick, V. et al. (Hrsg.).: Kurzlehrbuch Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2006 Schulte am Esch, J.; Kochs, E.; Bause, H.: Anästhesie und Intensivmedizin. Thieme, Stuttgart 2002 Schüttler, J.; Neglein, J.; Bremer, F.: Checkliste Anästhesie. Thieme, Stuttgart 2000 Stand: 11. Mai 2010 Das könnte Sie auch interessieren
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