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Knochenmarktransplantation & Blutstammzelltransplantation

Risiken und Komplikationen

Stand: 18. November 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Eine Knochenmarktransplantation ist mit Risiken und möglichen Komplikationen verbunden. Weil das Transplantationsrisiko mit dem Alter ansteigt, ist eine allogene Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation nur bis zum Alter von etwa 50 Jahren sinnvoll. Autologe und syngene Knochenmarktransplantationen werden bis zu einem Alter von etwa 60 Jahren durchgeführt.

Bis das Immunsystem des Behandelten wieder vollständig hergestellt ist, vergeht in der Regel mindestens ein Jahr. Vor allem in der Konditionierungsphase, also zu Beginn, wenn das Knochenmark des Empfängers komplett zerstört wird, und in den ersten Wochen nach der Transplantation ist der Empfänger aufgrund des Mangels an Blutzellen extrem anfällig für Infektionen. Um sich vor Infektionskrankheiten zu schützen, muss sich der Erkrankte nach der Transplantation einige Zeit in einer Sterileinheit aufhalten, zu der nur wenige Personen Zutritt haben. Auch anschließend ist es wichtig, neben der körperlichen Hygiene auch besonderen Wert auf die Sauberkeit der Umgebung zu legen.

Die Chemotherapie während der Konditionierung wirkt sich auf alle Zellen im Körper aus und kann dadurch auch zu Organschäden führen. Häufig fallen den Betroffenen während der Chemotherapie die Haare aus, sie wachsen aber in der Regel normal nach. In vielen Fällen führt die Chemotherapie auch zu einer bleibenden Unfruchtbarkeit. Durch die Ganzkörperbestrahlung können außerdem Linsentrübungen im Auge auftreten (Grauer Star), die sich jedoch mit einer Operation entfernen lassen.

Bei einer Knochenmarktransplantation sind weitere Risiken und Komplikationen möglich. So ist Fieber eine normale Begleiterscheinung nach der Stammzelltransplantation. Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall treten ebenfalls häufig auf. Bei der allogenen Transplantation kann es nach der Übertragung zu einer Unverträglichkeitsreaktion gegenüber den fremden Stammzellen kommen: die sogenannte Graft-Versus-Host-Disease (GVDH; "Transplantat-gegen-Wirt-Krankheit").

Bei der autologen Transplantation treten generell weniger Komplikationen auf, es besteht aber ein erhöhtes Risiko für eine Neuerkrankung durch eine mögliche Verunreinigung (Kontamination) der Stammzellen mit bösartigen Zellen.

Nebenwirkungen und Risiken sind für den Spender meist gering. So können bei der klassischen Knochenmarkspende leichte Schmerzen – ähnlich einem Muskelkater – oder Blutergüsse im Bereich der Einstichstellen auftreten. Außerdem bestehen die üblichen Risiken einer Vollnarkose. Bei der peripheren Blutstammzellspende treten beim Spender oft vorübergehender Schwindel und Kollapsneigung auf. Bei der peripheren Stammzellentnahme kommt es teilweise während der Einnahme des Wachstumsfaktors zu grippeähnlichen Symptomen.

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