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Knochenmarktransplantation & Blutstammzelltransplantation

Durchführung

Stand: 18. November 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Bei einer Knochenmarktransplantation werden vor der Durchführung zunächst die geschädigten Stammzellen des Empfängers komplett zerstört (Konditionierung). Dieses geschieht entweder durch eine hochdosierte Chemotherapie oder durch eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie. Die Konditionierungstherapie zerstört alle Zellen des Knochenmarks, damit anschließend das neue Knochenmark der Knochenmarkspende anwachsen kann.

Für die Entnahme von Stammzellen stehen drei verschiedene Methoden zur Verfügung. Die älteste ist die Übertragung von rotem Knochenmark. Dabei wird dem Spender unter Vollnarkose mit Punktionsnadeln aus beiden Beckenknochen etwa 1.000 ml Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen. Die entnommene Menge bildet sich innerhalb von zwei Wochen vollständig nach.

Als zweite Methode hat sich mittlerweile die periphere Blutstammzellspende etabliert und die klassische Knochenmarkspende weitgehend abgelöst. Bei diesem Verfahren erhält der Spender zunächst über mehrere Tage einen Wachstumsfaktor (G-CSF), der das Knochenmark dazu anregt, mehr Stammzellen zu bilden, die dann in das Blut übergehen. Anschließend lassen sich die Stammzellen über ein spezielles Verfahren, die sogenannte Blutzellseparation (Leukapherese), aus dem Blut "sammeln". Bei dieser Methode der Stammzellspende ist keine Narkose notwendig. Die Prozedur dauert etwa vier Stunden und muss in etwa 20 Prozent der Fälle am nächsten Tag wiederholt werden, um ausreichend Stammzellen zu gewinnen.

Eine neue Form der Stammzelltransplantation ist die Verwendung von Stammzellen aus Nabelschnurblut, das direkt nach der Geburt aus der Nabelschnur entnommen wird. Diese Stammzellen sind sehr gut verträglich. Da die gewonnenen Stammzellen jedoch nur in geringer Menge zur Verfügung stehen, lässt sich diese Methode nur selten durchführen. Eltern können das Nabelschnurblut ihrer Kinder spenden oder gegen eine Gebühr zum eigenen Gebrauch bei einer privaten Nabelschnurbank aufbewahren lassen.

Die eigentliche Transplantation der Stammzellen des Spenders erfolgt wie eine Bluttransfusion über einen zentralvenösen Katheter (zentraler Venenkatheter). Dabei führt der Arzt einen dünnen Plastikschlauch in eine größere Vene (z.B. am Hals oder über dem Schlüsselbein) ein und schiebt sie bis zum rechten Vorhof des Herzens vor. Die Blutstammzellen erreichen über den Blutstrom das Knochenmark und siedeln sich dort an. Nach etwa zwei bis vier Wochen zeigt sich, ob die transplantierten Stammzellen ausreichende Mengen an Blutzellen bilden können – ob die Stammzelltransplantation also erfolgreich war.

Bei der Transplantation von fremden Stammzellen (allogene Übertragung) kann es in den ersten Monaten zu Unverträglichkeiten gegenüber den Stammzellen des Spenders kommen (Graft-versus-Host-Reaktion, GVDH, Transplantat-gegen-Wirt-Krankheit). Diese Immunreaktion kann lebensgefährliche Schäden an Haut und inneren Organen verursachen. Daher ist es erforderlich, dass der Erkrankte über eine längere Zeit Medikamente einnimmt, die verhindern, dass der eigene Körper die fremden Knochenmarkszellen abstößt. Da bei der autologen Knochemarktransplantation der Empfänger die eigenen Stammzellen erhält, ist es nicht nötig, das Immunsystem zu unterdrücken. Bei einer Stammzelltransplantation aus Nabelschnurblut ist das Risiko einer Abstoßung ebenfalls geringer als bei einer Knochenmarktransplantation.

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