Knochendichtemessung (Osteodensitometrie)

Durchführung

Stand: 15. Dezember 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Mit einer Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) lässt sich der Mineralsalzgehalt der Knochen ermitteln. Zur Durchführung dieser Messung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:

DXA

Unter allen Methoden zur Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) ist die DXA oder DEXA die am häufigsten verwendete. Die Abkürzung steht für Dual Energy X-Ray Absorptiometry – zu Deutsch Doppel-Energie-Röntgen-Absorptiometrie. Bei der Knochendichtemessung mithilfe einer Röntgen-Absorptiometrie lässt sich messen, wie stark die Knochendichte die den Knochen durchdringenden Röntgenstrahlen abschwächt. Aus dieser Abschwächung berechnet sich dann der Knochendichtewert. Die Doppel-Energie-Röntgen-Absorptiometrie oder DXA ist die Weiterentwicklung der in Deutschland nur noch sehr selten zur Knochendichtemessung angewendeten Einzel-Energie-Röntgen-Absorptiometrie (bzw. SXA für engl. Single Energy X-Ray Absorptiometry).

Zur Knochendichtemessung ist die DXA ist die zuverlässigste Methode, wenn es darum geht, die langfristige Wirksamkeit der Behandlung einer Osteoporose (Knochenschwund) nachzuweisen. Bei diesem als Standard geltenden Osteodensitometrie-Verfahren lassen sich sehr genaue Messergebnisse erzielen, wobei nur geringe ionisierende Strahlen erforderlich sind. Die Messung der Knochendichte kann im Bereich der Lendenwirbelsäule oder Hüfte sowie im gesamten Körper erfolgen.

Quantitative Computertomographie (QCT)

Zur Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) kann auch eine quantitative Computertomographie (QCT) erfolgen. Diese Methode kommt nur in bestimmten Fällen zum Einsatz. Sie besteht in der Durchführung einer Röntgenschichtaufnahme im Bereich der Lendenwirbelsäule. Diese ermöglicht es, die Knochendichte von Knochenaußenschicht und Knochenbälkchen getrennt zu messen. Da in den Bälkchen die Stoffwechselaktivität höher ist als in der Außenschicht, lassen sich Veränderungen des Knochenstoffwechsels so besser erkennen. Dies ist ein Vorteil der quantitativen Computertomographie gegenüber der Röntgen-Absorptiometrie. Andererseits liefert die quantitative Computertomographie weniger genaue Messergebnisse. Außerdem ist sie mit einer vielfach höheren Strahlenbelastung verbunden. Aus diesen Gründen ist diese Methode nur bei Betroffenen mit speziellen Fragestellungen geeignet.

Eine ergänzende Methode ist die periphere quantitative Computertomographie oder pQCT: Hierbei erfolgt die Knochendichtemessung am Unterarm statt an der Lendenwirbelsäule (peripher = am Rand befindlich). Die Strahlenbelastung ist bei der pQCT geringer als bei der QCT; mit beiden Methoden lässt sich jedoch – anders als bei der Doppel-Energie-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) – nur eine örtlich begrenzte Knochendichtemessung durchführen.

Quantitativer Ultraschall

Eine weitere Möglichkeit zur Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) bietet ein quantitativer Ultraschall (QUS). Bei dieser relativ neuen Methode nutzt man statt Röntgenstrahlen die Eigenschaften von Ultraschall. Der erste Schritt der quantitativen Ultraschallmessung besteht darin, zu messen, wie stark die Knochendichte die den Knochen durchdringende Schallenergie abschwächt. Ein zweites Verfahren zielt darauf ab, die Geschwindigkeit des Ultraschalls im Knochen zu erfassen. Ein quantitativer Ultraschall hat den Vorteil, dass bei der Durchführung keine Strahlenbelastung auftritt. Allerdings ist das Verfahren noch nicht so ausgereift, dass es für den standardmäßigen Einsatz geeignet ist.

Periphere Densitometrie

Ein weiteres Verfahren zur Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) ist die periphere Densitometrie: Hierbei erfolgt die Durchführung der Messung mithilfe der Doppel-Energie-Röntgen-Absorptiometrie (DXA), der Einzel-Energie-Röntgen-Absorptiometrie (SXA) oder der peripheren Computertomographie (pQCT) an anderen Körperregionen als dem Oberschenkelhals oder der Lendenwirbelsäule. In der Regel erfolgt die Messung der Knochendichte am Unterarm. Nachteile der peripheren Densitometrie liegen darin, dass die Knochendichtemessung nicht an den Stellen stattfindet, an denen klinisch bedeutsame Knochenbrüche auftreten: Bei Frauen mit nach den Wechseljahren auftretender Osteoporose kommt es beispielsweise oft zu Wirbelkörperbrüchen; bei der Altersosteoporose sind Schenkelhalsbrüche besonders häufig. Daher sind die Ergebnisse der peripheren Densitometrie im Hinblick auf eine Risikovorhersage für Knochenbrüche nur bedingt aussagekräftig.

Konventionelles Röntgenbild

Zur Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) reicht die Durchführung einer Röntgenuntersuchung nicht aus. Ein konventionelles Röntgenbild von Knochen ist hauptsächlich bei Brüchen und zur Abklärung von plötzlich aufgetretenen Schmerzen sinnvoll. Außerdem sind in einem Röntgenbild die für eine Osteoporose typischen Wirbelkörperbrüche erkennbar. Zur Knochendichtemessung ist es jedoch erforderlich, den Knochenmineralsalzgehalt möglichst genau zu erfassen. Eine Osteoporose ist im Röntgenbild erst dann feststellbar, wenn bereits 30 Prozent der Knochensubstanz verloren sind.

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Knochendichtemessung (Osteodensitometrie)

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