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Stand: 17. Januar 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Die ersten Knieprothesen (künstlichen Kniegelenke) beziehungsweise Knieendoprothesen wurden Anfang der 1970er Jahre entwickelt. Zurzeit sind drei unterschiedlich aufgebaute Prothesentypen im Gebrauch:
Von jedem Prothesentyp gibt es eine Vielzahl verschiedener Modelle, die individuell nach Größe und Form des Kniegelenks, Gewicht und körperlicher Aktivität des Betroffenen auszuwählen sind. Welches die richtige Prothesengröße ist, entscheidet der Operateur vorab zum einen anhand einer Röntgenaufnahme des Kniegelenks sowie mithilfe von Probeprothesen, die er während der Operation mit dem Knie des Betroffenen vergleicht.
Ein einseitiger Oberflächenersatz, die sogenannte Schlittenprothese, kommt zum Einsatz, wenn entweder nur die innere oder nur die äußere Seite des Kniegelenks künstlich ersetzt werden soll, wie zum Beispiel bei einseitiger Abnutzung bei O-Beinen. Die restlichen Bereiche des Kniegelenks sind noch unbeschädigt.
Je nachdem, welche Seite des Knies ersetzt werden soll, setzt der Operateur die Knieprothese entweder auf die innere oder die äußere Oberschenkelrolle. Auf der gegenüberliegenden Seite des Kniegelenks (am Schienbeinplateau) bringt der Arzt einen Kunststoffblock und ein Metallunterteil an. Bewegt man nun das Knie, gleitet die Prothese wie ein Schlitten auf dem Kunststoffblock hin- und her. Deshalb bezeichnet man diese Prothesenform auch als Schlittenprothese.
Die Vorteile dieses Prothesentyps liegen darin, dass die übrigen gesunden Gelenkstrukturen erhalten bleiben können und die Operation insgesamt weniger belastend für den Betroffenen ist. Die Beweglichkeit im Kniegelenk ist im Allgemeinen kaum eingeschränkt.
Beim kompletten Oberflächenersatz werden mehrere Strukturen des Kniegelenks, in einigen Fällen auch die Rückseite der Kniescheibe, künstlich ersetzt. Die Bänder, die die Achsführung des Kniegelenks sicherstellen, wie zum Beispiel das vordere und hintere Kreuzband müssen jedoch erhalten bleiben. Dieser Prothesentyp wird häufig eingesetzt.
Eine vollständiger Gelenkersatz mit Achsführung wird notwendig, wenn das Kniegelenks soweit zerstört ist, dass neben den Knochen- und Knorpelstrukturen auch die Bänder zerstört beziehungsweise in ihrer Funktion beeinträchtigt sind. In diesem Fall muss auch die Achsführung, also die Stabilisierung des Kniegelenks in der Längsachse des Beins, die eine seitliche Verschiebung verhindert, durch die Knieprothese sichergestellt werden. Dieser Prothesentyp verfügt über eine Abstützung in der Mitte des Gelenks, die verhindert, dass sich der Unterschenkelknochen gegenüber dem Oberschenkelknochen seitlich bewegt. Der vollständige Gelenkersatz mit Achsführung ist der komplizierteste Prothesentyp und besitzt bislang die kürzeste Haltbarkeit.
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