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Methoden der Oberflächenveredlung

Stand: 29. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Manche wünschenswerte Oberflächeneigenschaften von Kathetern lassen sich mit einem einzelnen Kunststoff alleine nicht erreichen. Hier spielen Multilayerkatheter eine wichtige Rolle, die die Vorteile verschiedener Kunststoffe miteinander kombinieren. Zusätzlich kann man auch bestimmte Veredlungsverfahren anwenden, mit denen sich die Oberflächeneigenschaften eines Katheterschlauchs verbessern lassen.

Silikone sind für die medizinische Anwendung gut geeignet. Silikonbeschichtete Katheter sind körperverträglich, widerstandsfähig gegenüber Körperflüssigkeiten und besonders gleitfähig. Dünnflüssiges Silikonöl erleichtert zum Beispiel als Gleitmittel auch das Einführen von Magensonden und Endoskopen. Es ist geschmacks- und geruchsneutral und greift Gummiartikel nicht an.

Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit sind auch sogenannte Hydrogele geeignet. Diese Kunststoffe vermindern auch das Anhaften von Bakterien und können mit Medikamenten angereichert sein. Die Beschichtung mit Medikamenten senkt das Infektionsrisiko durch den Katheter. Chlorhexidin und Silbersulfadiazin sind entsprechend verwendete Wirkstoffe. Auch Beschichtungen mit Antibiotika können Infektionen verhindern. Spezielle Oberflächenbeschichtungen sind aber auch wichtig, um zu verhindern, dass das Blut durch den Kontakt mit dem Katheter gerinnt – die verwendeten Materialien und Wirkstoffe verhindern, dass durch die Katheteruntersuchung ein Blutgerinnsel entsteht, und beugen so Thrombosen und Embolien vor.

Da viele Kunststoffe wasserabweisend sind, eignen sie sich für das Einführen in Blutgefäße oder andere flüssigkeitsgefüllte Körperhöhlen nur bedingt. Ein besonderes Verfahren – die Plasmaaktivierung – verändert die Oberfläche des Kunststoffs und macht ihn "wasserliebend" (hydrophil). Diese positive Eigenschaft kann unter anderem auch durch eine Beschichtung mit DLC (diamond like carbon) erzielt werden.

"Intelligente" Katheter

Die sogenannten "intelligenten" Katheter sind mit besonderen elektronischen Zusatzfunktionen ausgestattet. Es handelt sich meist um sogenannte Mehrlumenkatheter, die im Prinzip mehrere voneinander getrennte Schläuche (Kanäle) enthalten. Ein Beispiel sind spezielle Blasenkatheter, die in einem zweiten Kanal einen Temperatursensor enthalten. Dadurch können Arzt oder Pflegepersonal über den Katheter gleichzeitig den Harn ableiten und die Körperkerntemperatur des Patienten messen.

Die technische Weiterentwicklung der Katheter ermöglicht zum Beispiel auch die bildliche Darstellung der Blutgefäße "von innen" heraus. Der Arzt führt dazu in die Blutbahn einen Katheter ein, an dessen Spitze ein Ultraschallkopf befestigt ist. So kann er zum Beispiel krankhaft veränderte Gefäßwände wie bei der Arteriosklerose erkennen.

Die zur Herstellung solcher Mikrosysteme notwendigen Verfahren sind teilweise bis zur Großserienproduktion entwickelt. Dadurch ist der einmalige Gebrauch dieser Mikrokatheter möglich – wie bei anderen "Wegwerfartikeln" erübrigt sich dann ein technisch schwieriges und teures Wiederaufbereiten (z.B. erneutes Sterilisieren).

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