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Hyposensibilisierung

Stand: 22. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Die Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie (SIT), oft auch Desensibilisierung genannt, ist bei einer Allergie die wirksamste Form der Therapie. Sie kommt besonders bei allergischen Reaktionen vom Typ I (wie z.B. Heuschnupfen) zum Einsatz.

Eine Hyposensibilisierung ist nur dann durchführbar, wenn das die Allergie auslösende Allergen bekannt und als Lösung erhältlich ist. Diese bekommt der Allergiker über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren in allmählich steigenden Dosierungen meist per Spritze unter die Haut (subkutan) verabreicht, um die Überempfindlichkeit des Immunsystems herabzusetzen und somit eine allergische Reaktion zu verhindern. Die Hyposensibilisierung kann in einigen Fällen auch oral (über den Mund) erfolgen: durch die sublinguale Immuntherapie (SLIT) oder durch die sogenannte Gräsertablette.

Die Hyposensibilisierung zielt auf die Ursache der Allergie ab: das übersteigert auf Fremdstoffe reagierende Immunsystem. Keine andere Therapie bekämpft die Ursachen einer Allergie. Die Hyposensibilisierung soll das Immunsystem so beeinflussen, dass es bei Kontakt mit den eigentlich harmlosen Fremdstoffen (Allergenen) nicht die allergieauslösenden Antikörper der Klasse E (IgE), sondern Antikörper einer anderen Klasse (IgG) bildet. Normalerweise bildet das Immunsystem IgG-Antikörper gegen Krankheitserreger wie Bakterien. Diese Antikörper entstehen nach jedem erneuten Kontakt mit dem Erreger sofort erneut – mit dem Ziel, den Erreger durch Auffressen aus dem Körper zu entfernen. Dasselbe soll die spezifische Immuntherapie bei einer Allergie erreichen: Sofort nach Allergenkontakt sollen sich IgG-Antikörper bilden, die das Allergen beseitigen, sodass dieses nicht mehr zur Bildung von IgE-Antikörpern führen kann und eine allergische Reaktion ausbleibt.

Besonders bei Insektengiftallergien wie der Wespenallergie, bei der Pollenallergie und bedingt bei der Hausstaubmilbenallergie sind die Erfolge der Hyposensibilisierung durch zahlreiche Studien belegt. So liegt die Erfolgsquote bei einer Allergie gegen Pollen bei rund 60 bis 70 Prozent. Auch bei Allergien gegen Tiere (Katzenhaare) und Schimmelpilze ist die spezifische Immuntherapie wirkungsvoll. Die für eine Hyposensibilisierung anfallenden Kosten übernimmt die Krankenkasse.

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Hyposensibilisierung

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