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Forenexpertin: Annette Mittmann
Forum Schwangerschaft & Geburt
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Stand: 30. Dezember 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Vor einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) ist die Durchführung einer Ultraschalluntersuchung nötig, um die genaue Größe und Lage des ungeborenen Kindes und der Plazenta zu ermitteln. Dann führt der Arzt eine dünne Nadel durch die Bauchdecke der Schwangeren und schiebt sie vorsichtig bis in die Fruchtblase (Amnion) vor. Diese Punktion findet unter sterilen Bedingungen und in der Regel unter örtlicher Betäubung statt. Außerdem erfolgt eine ständige Kontrolle der Position der Nadel per Ultraschall, um eine Berührung oder Verletzung des Fötus auszuschließen. Durch die Nadel entnimmt der Arzt eine kleine Fruchtwassermenge (etwa 15 bis 20 Milliliter).
Kurz vor der Geburt ist die Durchführung der Fruchtwasseruntersuchung auch durch den Gebärmutterhalskanal statt durch die Bauchdecke möglich.
Das zur Fruchtwasseruntersuchung entnommene Fruchtwasser enthält unter anderem Hautzellen des Fötus sowie abgelöste Zellen der Fruchtblasenwand. Diese Zellen lassen sich im Labor anzüchten und vermehren. Anschließend ist es möglich, die DNA der Zellen zu isolieren und auf Veränderungen zu untersuchen. Diese Untersuchungen ermöglichen die Diagnose verschiedener Chromosomenstörungen (z.B. Down-Syndrom) und Erbkrankheiten. Daneben kann die Amniozentese weitere Hinweise zum Gesundheitszustand des Fötus liefern: Bei einem Neuralrohrdefekt, zum Beispiel bei der Spina bifida (offener Rücken), ist die Konzentration eines bestimmten Eiweißes (Protein) im Fruchtwasser erhöht.
Zwei bis drei Wochen nach der Fruchtwasserentnahme zur Fruchtwasseruntersuchung liegt das Ergebnis der Tests vor.
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