Extrakorporale Stoßwellentherapie

Wirkungsweise

Stand: 27. Juli 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Ausbreitung, Geschwindigkeit und Reichweite von Stoßwellen sind von der Dichte der Materie abhängig, in der sich die Welle ausbreitet. Entscheidend für die Energiefreisetzung im menschlichen Organismus ist der Dichteunterschied zwischen den verschiedenen Geweben. So kann man zwischen "flüssigen Geweben" (Fett, Muskel, Blut, Wasser) und "festen Geweben" (Knochen, Nierenstein, Kalk) unterscheiden.

An der Grenze zweier unterschiedlich dichter Gewebestrukturen, zum Beispiel zwischen Knochen und Fett, wird durch Ausbreitungshindernisse die Energie der Stoßwelle in diesen Strukturen freigesetzt. Im Gegensatz zur Ultraschallwelle geschieht dies nicht nur in Form von Wärme (thermische Energie) sondern auch in Form von Bewegung (kinetische Energie), die der Arzt therapeutisch nutzt.

Die Stoßwelle besteht aus zwei verschiedenen Anteilen – einer Druck- und einer Zugwelle. Die Druckwelle komprimiert das umgebende Gewebe und bricht die Gitterstruktur von Molekülen auf. Die Zugwelle lässt Gasblasen innerhalb von Kalkstrukturen zusammenfallen (Kavitationsphänomen), die sich nach Ablauf der Stoßwelle wieder ausdehnen und somit für eine Destabilisierung der Kalkstrukturen sorgen.

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