Startseite > Arztbesuch > Untersuchungen & Behandlungen > Dialyse (Blutwäsche) > Komplikationen
Stand: 31. Januar 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Bei Verfahren der Dialyse (Blutwäsche), die das Blut außerhalb des Körpers (extrakorporal) reinigen, treten selten Komplikationen auf. Möglich ist jedoch eine Infektion des operativ geschaffenen Gefäßzugangs (Shunt). Da der Shunt drei- bis viermal in der Woche punktiert wird, um das Blut zu reinigen, besteht die Möglichkeit, dass sich die Einstichstelle mit Bakterien infiziert. Außerdem können sich am Shunt Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden, die das Gefäß verschließen und damit für die Dialyse unbrauchbar machen. Mit einem operativen Eingriff kann ein Arzt das Gerinnsel jedoch häufig entfernen und den Shunt dadurch wieder durchgängig machen.
Bei der Peritonealdialyse, die das Blut innerhalb des Körpers wäscht, besteht die Möglichkeit, dass sich das Bauchfell entzündet (Peritonitis). Dies geschieht, wenn Bakterien über den in die Bauchdecke eingepflanzten Schlauch in die Bauchhöhle eintreten und zu einer schmerzhaften Infektion führen. Eine Peritonitis kann unter Umständen lebensbedrohlich sein. In der Regel lässt sich eine solche Entzündung jedoch mit Antibiotika gut behandeln.
Menschen mit schweren Nierenschäden sollten sehr auf ihre Ernährung achten. Viele Komplikationen, die bei Dialyse-Patienten auftreten, stehen im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme. Da die Nieren ihre Reinigungs- und Ausscheidungsfunktion nicht mehr ausreichend übernehmen, dürfen die Betroffenen oft nur begrenzte Mengen an Flüssigkeit zu sich nehmen. Außerdem müssen sie sehr auf ihre Eiweiß- und Kaliumzufuhr achten, da diese Stoffe im Übermaß bei Dialyse-Patienten lebensbedrohliche Stoffwechselstörungen verursachen können.
Bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) ist meist viel Phosphat im Blut vorhanden, was Gefäßschäden wie Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verursachen kann. Wenn die Phosphatkonzentration im Blut trotz phosphatarmer Ernährung zu hoch ist, helfen sogenannte Phosphatbinder. Sie verbinden sich im Magen-Darm-Trakt mit dem über die Nahrung aufgenommenen Phosphat und werden anschließend ausgeschieden. Es gibt verschiedene Arten von Phosphatbindern, zum Beispiel mit oder ohne Aluminium oder Kalzium, die den gestörten Mineralhaushalt von Dialyse-Patienten effektiv verbessern können. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen scheinen die kalziumfreien Wirkstoffe die geringsten Nebenwirkungen zu verursachen. Aluminiumhaltige Phosphatbinder werden heutzutage wegen ihrer Nebenwirkungen nicht mehr empfohlen. Eine langjährige Therapie mit aluminiumhaltigen Phosphatbindern kann zu Ablagerungen von Aluminium im Gehirn und in den Knochen führen. Die Folge davon sind eine Verschlechterung der Hirnfunktion (Demenz) und Einschränkungen der Beweglichkeit.
Um möglichen Infektionen mit Hepatitis B, Hepatitis C und HIV über eine Dialyse vorzubeugen, herrschen in den Dialyse-Zentren strengste hygienische Vorschriften für die Reinigung der Dialyse-Geräte. Menschen, bei denen eine solche Infektion bekannt ist, erhalten für ihre Behandlung eigene Dialyse-Maschinen, die für keinen anderen Patienten verwendet werden. Zusätzlich wird allen Dialyse-Patienten eine aktive Schutzimpfung gegen Hepatitis B empfohlen.
Von A wie Augenlaser-Operation bis Z wie Zahnimplantat.Hier erfahren Sie mehr über die wichtigsten Untersuchungen, Verfahren und Behandlungen. mehr ...
Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...
Wir erfüllen die afgis-Transparenzkriterien. Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheits-informationen.
Wir befolgen den HONcode-Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.
Onmeda zählt zu den zertifizierten Gesundheitswebseiten nach den Medisuch-Kriterien.
© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.