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Darmreinigung

Stand: 29. Januar 2013Autor: Onmeda-Redaktion

Wann ist eine Darmreinigung notwendig?

Viele Menschen schwören auf eine Darmreinigung – sie soll unter anderem das Wohlbefinden verbessern oder beim Abnehmen helfen. Aber was genau versteht man eigentlich unter einer Darmreinigung? Und wann ist diese sinnvoll?

Unter einer Darmreinigung versteht man ganz allgemein:

  • das Entleeren des Darms mithilfe von Abführmitteln.
  • eine Darmspülung, bei der Flüssigkeit rektal in den Darm eingeleitet wird und wieder abfließt (Einlauf).
  • eine Kombination aus Abführen und Einlauf.
Eine Frau hat eine Hand auf ihren Bauch gelegt.

Darmreinigungen kommen häufig im Bereich von Alternativmedizin oder Wellness zum Einsatz, so zum Beispiel im Rahmen von Fastenkuren. Meist stehen hierbei Aspekte wie eine "innere Reinigung" oder das sogenannte Entschlacken im Vordergrund.

Medizinisch notwendig ist eine Darmreinigung jedoch nur in bestimmten Situationen – so zum Beispiel im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie): Damit der Arzt eine gute Sicht auf die Darmwände hat, muss der Darm vollkommen entleert sein.

Solch eine medizinische Darmreinigung beginnt meist am Vortag der eigentlichen Untersuchung. Der Betroffene erhält hierfür vom Arzt spezielle abführende Lösungen, die er in bestimmten Zeiträumen trinken muss. Je nach Art des Präparats schwanken die zu trinkenden Flüssigkeitsmengen zwischen circa zwei bis vier Litern. Im medizinischen Bereich gibt es vor allem zwei Gruppen von abführenden Präparaten – sie basieren entweder auf

PEG: PEG wird nicht vom Körper über die Darmwand aufgenommen, sondern wirkt rein physikalisch im Darminneren und wird mit dem Stuhl wieder ausgeschieden. Wenn der Nahrungsbrei aus dem Magen in den Darm gelangt, enthält er auch Wasser, das normalerweise während der Darmpassage entzogen und vom Körper aufgenommen wird. PEG wirkt abführend, indem es einen Teil dieses Wassers im Darm bindet, wodurch der Stuhl flüssiger bleibt und rascher durch den Darm wandert. Durch das Mehr an Flüssigkeit vergrößert sich zudem das Volumen des Stuhls, was die Darmwände dazu anregt, für stärkere Darmbewegungen (Peristaltik) zu sorgen.

Oft enthalten PEG-Lösungen zusätzlich abführende Stoffe, in der Regel entweder Natriumsulfat (Glaubersalz) oder hohe Konzentrationen von Ascorbinsäure (Vitamin C): Beide Substanzen bewirken, dass Wasser aus der Darmwand ins Darminnere gelangt und verflüssigen so den Stuhl.

Natriumphosphat: Auch Natriumphosphat veranlasst den Körper, große Mengen Wasser ins Darminnere abzugeben. Dadurch wird ähnlich wie bei PEG der Stuhl flüssiger und voluminöser, sodass es auch hier zu vermehrter Darmbewegung kommt. Im Unterschied zu PEG bindet Natriumphosphat jedoch nicht das Wasser, das sich bereits im Darm befindet, sondern zieht Wasser aus den Körperzellen.

Sowohl bei einer Darmreinigung mit PEG als auch mit Natriumphosphat kann es zu Nebenwirkungen kommen, wie zum Beispiel:

Je nach Präparat unterscheidet sich das Prozedere bei der Darmreinigung etwas:

  • Bei Natriumphosphat nimmt der Betroffenen die darmreinigende Lösung in der Regel morgens und abends am Tag vor der Untersuchung zu sich.
  • Bei PEG nimmt der Betroffene den ersten Teil der Flüssigkeit meist am Nachmittag des Vortags zu sich. Dabei sollte er die abführende Lösung möglichst im Laufe kurzer Zeit trinken. Die zweite Portion des abführenden Präparats folgt dann in der Regel zwei bis drei Stunden vor der Darmspiegelung.

Wichtig ist generell, während einer Darmreinigung viel zu trinken. So lassen sich der Flüssigkeitsverlust, der durch das Abführen entsteht, und damit einhergehende Verschiebungen im Elektrolyt-Gleichgewicht ausgleichen.

Am Ende der Darmreinigung sollte der Stuhl ähnlich aussehen wie Kamillentee: hell, klar und flüssig. Dann kann die Darmspiegelung ohne Probleme stattfinden.

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